SZ 11.10.2026
13:38 Uhr

(+) Theater: Alter Mann, was nun?


Elsa-Sophie Jach inszeniert am Münchner Residenztheater Shakespeares „König Lear“ – mit Manfred Zapatka in der Titelrolle. Was die monumentale Tragödie mit der Gegenwart zu tun hat, erzählen sie sehr unterhaltsam.

(+) Theater: Alter Mann, was nun?
Manfred Zapatka spielt den König Lear. Er ist der Gott des kommenden Gemetzels.
Foto: Birgit Hupfeld

Die Geschichte wiederholt sich: Ein alter Mann regiert das Land. Recep Tayyip Erdoğan ist 72, Wladimir Putin 74, Donald Trump 80 Jahre alt. Auch in Deutschland ist die Regierungsspitze mit 70 schon im Rentenalter. Das Senioritätsprinzip hält sich in vielen Systemen. Ein paar Jahrhunderte zurück gilt dasselbe: Ein alter Mann regiert das Land, sein Name ist König Lear. Er ist bereit, sein Land aufzuteilen, aber nicht seine Macht. Shakespeare brachte seine Tragödie erstmals 1606 auf die Bühne. Es ist verblüffend, dass sie nicht massiv verändert werden muss und doch in der Frage nach Macht, Machtvakuum und Übergangschaos gegenwärtig bleibt.

Arnold Schönberg fand erst spät zum Judentum zurück, auch seine grandiose Oper „Moses und Aron“ erzählt davon. Eine Aufführung in Basel wird zum Höhenflug für ein staunendes Publikum.

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