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13.08.2026
08:43 Uhr
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Paris Saint-Germain gewinnt den Uefa-Supercup, im Fokus aber stehen der somalische Schiedsrichter Artan und die Gespräche der Opposition zu Fifa-Präsident Infantino, angeführt von Uefa-Boss Čeferin.

Eine Medaille für den Schiedsrichter: Uefa-Präsident Aleksander Čeferin (re.) gratuliert Omar Artan, dem eine große Bühne bei der Fußball-WM in den USA noch verwehrt wurde. Franck Fife/AFP
Schiedsrichter reisen in der Regel nicht zu Fußballspielen, um diese zu gewinnen. Als Omar Artan am späten Mittwochabend in Salzburg von Uefa-Präsident Aleksander Čeferin eine Medaille umgehängt bekam, als Auszeichnung für seine Spielleitung beim Uefa-Supercup, war ein Hauch von Triumph allerdings nicht von der Hand zu weisen. Selbst die sanften Pfiffe aus der Kurve der Aston-Villa-Anhänger schmälerten den Gesamteindruck nicht: Artan, der vor zwei Monaten nach einer verweigerten Einreise in die USA die WM verpasste, von der Fifa im Stich gelassen wurde und nun von der Uefa eine Bühne bekam, war einer der Gewinner des Abends. Und er war nicht allein.
An einem lauen Sommerabend in Salzburg also begann diese Fußballsaison mit der Partie des Champions-League-Siegers Paris Saint-Germain gegen den Europa-League-Sieger Aston Villa. Wobei das natürlich Definitionssache ist: Die einen sehen im Uefa-Supercup ein glorifiziertes Vorbereitungsspiel, die anderen eine relevante Chance auf einen Titel, der gerne in der Vereinschronik auftauchen darf. Auch wenn diese Trophäe ganz sicher nicht dazu taugt, ein Triple zu vervollständigen oder eine Saison zu retten, in der alle andere Ziele verpasst werden.
Den Zuschauern aus Paris und Birmingham war der Pokal, der später überreicht wurde, offenbar durchaus wichtig: Die einen reisten so zahlreich aus England an, dass manchen Bier-Verkäufern vor dem Stadion schon vor Anpfiff die Dosen ausgingen. Die anderen entledigten sich nach dem Anstoß umgehend ihrer Oberbekleidung, um sich im Lichte ihrer Pyrotechnik zu sonnen und 90 Minuten lang begeistert zu singen. Noch ein bisschen länger sogar, am Ende mit Pokal: PSG gewann die Partie mit 2:1 und damit zum zweiten Mal nacheinander den Supercup.
Die Gewinner kamen also auch aus Frankreich an diesem Abend. Eine eingespielte Elf ließ Trainer Luis Enrique auf das Feld laufen, ab der zweiten Hälfte wirkte sogar schon der erst vor kurzer Zeit ins Training zurückgekehrte Ousmane Dembélé mit. Nach früher Führung durch den sehr fitten Nicht-WM-Spieler Khvicha Kvaratskhelia (20. Minute) und dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch den 17-jährigen Stürmer Brian Madjo (45.) war es dann Désiré Doué, der in der 61. Minute zur Entscheidung traf.
Der Treffer war für Schiedsrichter Artan auch eine der wenigen Gelegenheiten, überhaupt in den Fokus zu rücken: Erst hatte sein Schiedsrichterteam nach dem Torschuss auf Abseits entschieden, dann allerdings vom VAR einen Korrekturhinweis bekommen. Es blieb eine Randnotiz bei einer ansonsten tadellosen Leistung, Artan ließ sich nicht einmal von den teils wüsten Beschwerden des Schotten John McGinn beeindrucken (der später, noch während er ausgewechselt vom Feld marschierte, eine gelbe Karte gezeigt bekam). Die Bilanz des 34 Jahre alten Somaliers jedenfalls sprach dafür, dass die angekündigte Zusammenarbeit zwischen der Uefa und dem afrikanischen Verband Caf womöglich ertragreich sein könnte. Was bei der aktuellen Lage der politischen Fußballwelt eine durchaus nennenswerte Nachricht war.
Wie wichtig der Mittwochabend von Salzburg für den globalen Fußball sein wird, hängt weniger vom Spielergebnis ab als vielmehr von den Ergebnissen der Gespräche im Laufe des Tages: Čeferin traf in Salzburg erstmals persönlich mit den Vertretern zusammen, mit denen er seit einigen Wochen eine zunehmend verschworene Einheit bildet, in Opposition zu Fifa-Präsident Gianni Infantino. Zu den Inhalten des Gesprächs machte Čeferin im Laufe des Abends keine Angaben, in einem Interview mit dem übertragenden österreichischen Sender Servus TV verwies er lediglich darauf, dass dem Land ein Nationalstadion fehlen würde, um irgendwann ein Champions-League-Finale ausrichten zu dürfen.
Das marode, aber gleichzeitig weiterhin offiziell als Nationalstadion benannte Ernst-Happel-Stadion in Wien zählte damit neben der Mannschaft von Aston Villa zu den wenigen Verlierern des Abends, die allerdings etwas untergingen: Zu freudig war der Jubel von PSG, zu herzig der Stolz des somalischen Schiedsrichters Artan über seine Medaille. Und zu angenehm die ganze Vorstellung insgesamt: Ob der Titel nun wichtig war oder nicht, es war das erste von einem Kontinentalverband inszenierte Finalspiel seit dem WM-Finale vor etwas mehr als drei Wochen.
Die Unterschiede waren so offensichtlich wie angenehm: Der Uefa-Supercup kam ohne Halbzeit-Show aus, ohne Trinkpausen und ohne langwieriges Vorgeplänkel. Auch wenn während des Warmmachens kurzzeitig viele Zuschauer eigentümliche Brillen aufsetzten. Für die partielle Sonnenfinsternis konnte die Uefa allerdings nichts.
Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia sollte bei der WM pfeifen, doch ihm wird die Einreise in die USA verweigert. Die Fifa? Bedauert das. Dabei gibt es unzählige Probleme mit der Gastunfreundlichkeit des WM-Gastgebers.
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