SZ 31.07.2026
14:42 Uhr

(+) Wahlkampf: „Hallo, Herr Kriegsminister“


Dieter Hallervorden macht in Sachsen-Anhalt Wahlkampf für die CDU – und singt ein Lied gegen Friedrich Merz. Ein Beispiel gelebter Kunstfreiheit?

(+) Wahlkampf: „Hallo, Herr Kriegsminister“

Vielleicht erst mal das Unkomplizierte: Der 90-jährige Komiker und Schauspieler Dieter Hallervorden, jahrzehntelang der Fernsehsketch-Fürst der BRD, hat bei einer Veranstaltung im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt für den CDU-Spitzenkandidaten und amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze eine Wahlempfehlung für Sven Schulze abgegeben. So weit, so erwartbar. Der 1935 in Dessau geborene Hallervorden schätzt Schulze offenbar als Mensch und Landespolitiker, mehr noch geht es ihm allerdings darum, mitzuhelfen, die in den Umfragen bislang deutlich führende AfD von der Macht im Land fernzuhalten. Zusammen mit dem „Tatort“-Schauspieler Axel Prahl und dem Komiker Oliver Kalkofe hat er sogar eine Kampagne ins Leben gerufen, die Wählerinnen und Wählern empfiehlt, wenn nicht für die CDU, dann doch immerhin für SPD, FDP, Grüne oder Linke zu votieren.

Warum kommt kein Verbotsverfahren zustande gegen diese „in Teilen gesichert rechtsextreme“ Partei? Und: Was soll „in Teilen“ überhaupt bedeuten, wenn das Spitzenpersonal selbst seine extremsten Protagonisten verteidigt? Drängende Fragen im Sommer 2026.

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