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09.08.2026
14:26 Uhr
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Er mischte mehr als sechs Jahrzehnte lang die Bierindustrie auf und machte ein Nischenprodukt weltberühmt: Werner Brombach schuf in Erding die größte private Weißbierbrauerei der Welt.

Die große Brille war sein Markenzeichen. Die „schickste Brille seit Elton John“: So hat sie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Dezember 2019 genannt, als Werner Brombach seinen 80. Geburtstag feierte – im großen Stil, mit 1200 Gästen, in einer prachtvoll geschmückten Lagerhalle seiner Brauerei in Erding, die durch ihn weltbekannt geworden war.
Wie er zu der markanten Brille gekommen war? Das hat Werner Brombach selbst einmal verraten. Er habe schlicht ein Gestell von Format gebraucht, weil er, wenn er auf Hawaii Auto fahre, stets von der Sonne geblendet werde. Er habe deshalb einen Optiker gefragt, ob er ihm vielleicht ein Modell bauen könne, das sich an die Brillen anlehne, die der Reeder Aristoteles Onassis gerne trug. Das, so Brombach, sei schließlich „ganz gut geworden“.
Elton John, Hawaii, Aristoteles Onassis: Werner Brombach, am 29. Dezember 1939 in Erding geboren, hat gerne Großes in den Blick genommen. Der jüngste von drei Söhnen des Brauereibesitzers Franz Brombach, studierte Brauwissenschaften, diplomierte als Braumeister und anschließend als Betriebswirt.
1965 stieg er in das 1886 gegründeten Familienunternehmen ein, nach dem Tod des Vaters 1975 übernahm er die Leitung. Werner Brombachs große Leistung: Er machte ein Nischenprodukt weltberühmt – das Weißbier.
Wie rasant die Brauerei unter ihm wuchs, lässt sich am besten in Zahlen erzählen. 1965 braute sie 40 000 Hektoliter Bier, 1977 waren es 225 000, 1990 mehr als eine Million. „Mein Leben ist es, Brauer mit Leib und Seele zu sein“, das hat Werner Brombach einmal selbst über sich gesagt.
Unter ihm wurde Erdinger Weißbier zu einem „Kultgetränk“, so Markus Söder (CSU) – und die Brauerei zur größten privaten Weißbierbrauerei weltweit. In mehr als hundert Ländern ist das Getränk inzwischen zu bekommen. Es gibt eine Fan-Szene mit Zehntausenden Anhängern, einem eigenen Magazin, einer eigenen App und einem monatlichen Newsletter. Highlight der Szene: Wenn es den Besitzer bei einem Bierfest live zu erleben gab. Werner Brombach war tatsächlich so etwas wie eine Kultfigur.
Die alkoholfreie Version des Bieres positionierte er früh als isotonischen Durstlöscher, wozu Botschafter aus der Welt des Sports passten: Franz Beckenbauer, Jürgen Klopp, Magdalena Neuner oder zuletzt Thomas Müller, dessen Engagement in Vancouver helfen sollte, Kanada als Markt zu erobern. Der Ruhm der Sport-Größen strahlte auch auf den Mann ab, für dessen Marke sie posierten.
2022 zog sich Werner Brombach aus der Geschäftsführung zurück. 2025 überführte der Alleingesellschafter der Brauerei seine Anteile an dieser in eine Stiftung, deren alleiniger Vorstand er blieb.
Am Samstag ist Werner Brombach im Alter von 86 Jahren gestorben. „Nach kurzer Krankheit“, wie sein Unternehmen mitteilt. Er hinterlässt eine Tochter.
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