Anfangs hat Friedrich Merz gut die Balance gehalten zwischen dem notwendigen Umschmeicheln eines selbstsüchtigen US-Präsidenten und der ebenso essenziellen Notwendigkeit, die Selbstachtung zu bewahren. In jüngster Zeit allerdings gelingt es Merz nicht mehr so gut, was weniger an ihm liegt denn an Trumps irrlichternder Rücksichtslosigkeit. So zog sich der Kanzler erst eine Rüge aus Madrid zu, weil er im Oval Office nicht widersprochen hatte, als Trump gegen Spanien wütete. Nun wiederum ist der US-Präsident beleidigt, weil ihm die Europäer militärische Hilfe in der Straße von Hormus versagen. Trump hat seine Aufforderung, die von Iran blockierte Schifffahrtsroute gemeinsam freizubekommen, zu einem Loyalitätstest erklärt. Er wird nicht vergessen, dass die Deutschen deutlich Nein gesagt haben.
