SZ 15.09.2026
15:17 Uhr

Erinnerungskultur: Wie die AfD die Arbeit der KZ-Gedenkstätten diskreditiert


In Dachau und Flossenbürg wächst die Sorge, dass die in weiten Teilen rechtsextreme AfD mit ihren andauernden Vorstößen gegen die Erinnerungskultur Erfolg haben könnte. Denn auch wenn ihre Anträge abgelehnt werden, verändert sich die Haltung der anderen Parteien.

Erinnerungskultur: Wie die AfD die Arbeit der KZ-Gedenkstätten diskreditiert
Die KZ-Gedenkstätte Dachau, hier das Eingangstor zum einsitigen Lager, wäre in ihrer Arbeit gefährdet, wenn die AfD ihre Änderung der Gedenkstättenkonzeption durchbringen würde.
Toni Heigl

Kai Langer, Stiftungsdirektor der Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt, hat seit dem Wahlsieg der dort gesichert rechtsextremen AfD am vergangenen Sonntag nun wirklich genug um die Ohren. Dennoch nimmt der Historiker sich die Zeit, den aktuellen Antrag der AfD-Bundestagsfraktion zur Gedenkstättenkonzeption der Bundesregierung eingehend zu studieren. Es sind auch nur vier Seiten, aber beim Lesen hat Langer, wie er sagt, „ein bisschen ein Déjà-vu“ erlebt. Kein schönes. Das Papier vom 18. August ist ein Aufguss eines AfD-Antrags vom Mai im Magdeburger Landtag. In der Sprache moderater als der Vorläufer zielt der Vorstoß im Bundestag ebenso auf einen kompletten Bruch mit der deutschen Erinnerungskultur – mit fatalen Folgen für die Arbeit von KZ-Gedenkstätten wie Flossenbürg und Dachau in Bayern.

Die geplante Neuausrichtung des Programms „Demokratie leben“ sorgt in Dachau für Unruhe. Der Runde Tisch gegen Rassismus warnt vor Folgen für die Demokratiearbeit vor Ort.

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