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22.06.2026
02:29 Uhr
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Nach Spanien schafft es auch der zweimalige Weltmeister Uruguay nicht, den afrikanischen Inselstaat zu bezwingen. Nach Torhüter Vozinha ist diesmal Helio Varela der Spieler des Tages.

Das Märchen geht weiter: Sechs Tage nach dem sensationellen 0:0 gegen Titelfavorit Spanien erkämpfte sich der kleine Inselstaat ein 2:2 (1:2) gegen den zweimaligen Weltmeister Uruguay. Gegen den Gruppenletzten Saudi-Arabien hat der Außenseiter nun am kommenden Samstag die Chance, sich gleich bei seiner ersten WM-Teilnahme für die K.-o.-Runde zu qualifizieren. Nachdem gegen Spanien Torhüter Vozinha der Spieler des Tages war, war es diesmal Helio Varela, der Kapverde sensationell zum nächsten WM-Punkt geführt hat.
Varela (61.) glich mit seiner ersten Aktion nur drei Minuten nach seiner Einwechslung für die „Blauen Haie“ nach einem kollektiven Patzer der uruguayischen Abwehr aus. Zuvor sah Uruguay nach den Treffern von Maxi Araujo (44.) und Agustin Canobbio (45.+6) schon wie der Sieger aus, nachdem Kevin Pina (21.) per Freistoß den ersten WM-Treffer für die Kapverdier erzielt hatte.
Der Außenseiter versuchte wieder alles. Mit Herz und Leidenschaft schmissen sich die Spieler in jeden Zweikampf – und sie wurden durch Schlitzohr Varela belohnt. Der 24-Jährige lauerte bei seinem Treffer clever auf das Missverständnis bei den Uruguayern. Verteidiger Olivera spielte ihm einen Rückpass in den Fuß, Torhüter Muslera kam völlig überstürzt aus dem Tor. Damit haben die Kapverde neben Torwart Vozinha, der mit seinen Paraden schon zum Auftakt Europameister Spanien entnervt hatte und diesmal von seiner extra angereisten Mutter live im Stadion unterstützt wurde, einen weiteren Helden bei diesem Turnier hervorgebracht.
Kapverde und Uruguay steuern damit in Gruppe H auf ein Herzschlagfinale zu, hinter Spanien (4) haben beide Teams jeweils zwei Punkte auf dem Konto. Kapverde trifft zum Abschluss der Gruppenphase in der Nacht zu Samstag auf Saudi-Arabien, Uruguay bekommt es parallel mit Spanien zu tun.
Gegen Uruguay legten die Kapverdier gleich wieder einen sehr selbstbewussten Auftritt hin, der Außenseiter versteckte sich keinesfalls und versuchte, über schnelle Konter gefährlich zu werden.
Als Schiedsrichter Espen Eskas (Norwegen) dem Underdog dann Mitte der ersten Halbzeit einen Freistoß zusprach, fasste sich Pina aus rund 30 Metern ein Herz. Der 29-Jährige zog einfach ab – und traf tatsächlich zum allerersten WM-Tor für die kleine afrikanische Inselgruppe. Allerdings sah Fernando Muslera im Tor von Uruguay bei dem Treffer auch alles andere als gut aus. Doch den Fans der Kapverde war das herzlich egal, der Jubel kannte keine Grenzen. Auch Vozinhas Mutter hüpfte auf der Tribüne auf und ab.
Jubelte Kapverde zu lange? Weckte der Schock Uruguay auf? Jedenfalls kam das Team angeführt von Kapitän Federico Valverde (Real Madrid) nach dem Rückstand plötzlich besser in die Partie. Araujo nutzte die zwischenzeitliche Unordnung in der Abwehr der Kapverden nach einer Flanke aus dem Halbfeld, die Sidny Lopes Cabral an den eigenen Pfosten lenkte, aus kurzer Distanz per Kopf aus.
Kurz danach war es wiederum Araujo, der per Kopf auf Canobbio ablegte – und der Mittelfeldspieler von Fluminense aus Rio hatte keine Mühen, aus kurzer Distanz ins Herz der Kapverdier zu vollstrecken. Doch der Underdog erholte sich tatsächlich noch einmal von dem Rückschlag. Nach dem Ausgleich von Varela spielte Kapverde tatsächlich auf Sieg. Doch auch Uruguay gab sich in einer spannenden Schlussphase nicht geschlagen.
Der 40-jährige Torhüter Vozinha ist der Mann des Spiels beim sensationellen 0:0 der Kapverden gegen Spanien. Nach der Partie kommen ihm die Tränen – auch, weil seine Mutter nicht in die USA einreisen konnte.
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