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02.09.2026
13:14 Uhr
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Salt Bae, der Promi-Gastronom mit den Blattgold-Steaks und der eigenwilligen Salztechnik, hat offensichtlich ausgestreut. Dafür gibt es bei den US Open jetzt Chicken Nuggets für 100 Dollar.

Verteilt gerne teures Streugut: Nusret Gökçe alias Salt Bae in Aktion.
Foto: Maurizio Gambarini/picture alliance/dpa
Gerade erst ist man in London mit dem Bus am Nusr-Et Steakhouse vorbeigefahren, besser bekannt als „der Laden mit Blattgold-Fleischlappen und diesem Salzstreuer-Typen“, und hat sich gefragt, ob dieses Bling-Zeugs eigentlich immer noch läuft. Da berichtet das Boulevardblatt The Sun auch schon: Schlecht läuft es offenbar. Sehr schlecht. Der Hype der letzten Jahre scheint endgültig vorbei zu sein. Allein die Dependance im vornehmen Knightsbridge soll vergangenes Jahr 5,4 Millionen Pfund Verlust gemacht haben. Angeblich wurde sogar die Heizung teilweise abgedreht, um Kosten zu sparen. Andere Nusr-Ets in den USA mussten bereits schließen.
Auf der Plattform Tripadvisor hätten Kunden zuletzt massenhaft miese Reviews mit lediglich einem Stern vergeben. Heutzutage die Höchststrafe. Ein wie mit weihnachtlicher Alufolie umwickeltes Tomahawk-Steak kostet 1450 Pfund, aber die Atmosphäre gehe eher in Richtung „seelenlose Business Lounge“, heißt es da beispielsweise. Insgesamt kommt das Restaurant im Durchschnitt nur auf eine 2,9 in der Bewertung. Jeder McDonald’s schneidet besser ab. Ein gewisser Chris R fasst sein Erlebnis wie folgt zusammen: „Nicht hingehen, eine total überhypte und überteuerte Touristenfalle!“ Die Headline der Sun dazu lautete: „BIG MIS-STEAK“. Das natürlich: wirklich Goldstandard.
Ein bisschen Schadenfreude muss an dieser Stelle erlaubt sein, weil der Salzstreuer Nusret Gökçe alias Salt Bae maximal affektiert auftritt. Der gelernte Metzger serviert nicht ohne Sonnenbrille, seine Streutechnik erinnert an diese Kranich-Pose aus „Karate Kid“, manchmal schneidet er das Fleisch mit dem Krummsäbel. Promigäste wie Leonardo DiCaprio, David Beckham, Franck Ribéry oder Nicolás Maduro – als er noch amtierender venezolanischer „Arbeiterpräsident“ war – gingen trotzdem hin. Bewertungen hinterließen sie leider keine.
Ist das jetzt also das Ende der Dekadenz? Weil anderswo auf der Welt Leute „echt Hunger leiden“, wie ein zerknirschter Reality-Soap-Star in der Sun zitiert wurde, nachdem sie für ein Abendessen über 2200 Pfund hingelegt hatte? Man würde jetzt so gern rufen: Ja! Genau! Trumps Ballsall darf doch nicht gebaut werden, der Dior-Kinderrucksack von 1900 Euro ist gar nicht ausverkauft, und Gianni Infantino möchte freiwillig zurücktreten.
Letztlich war Salt Bae einfach nur ein „One Trick Pony“, wie man im Englischen sagt. Die immer gleiche Nummer hat sich abgenutzt, die 50 Millionen Follower haben lediglich vergessen, auf „Nicht mehr folgen“ zu klicken. Weil sie längst nach dem 34-Dollar-French-Dip-Sandwich in New York schielen oder lieber mal zu den US Open gehen würden, um dort die kaviargespickten Chicken Nuggets für 100 Dollar zu probieren. Bis Tiktok dann den nächsten viralen Food Trend in ihren Feed spült. Satt wird davon niemand.
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