SZ 25.09.2026
17:16 Uhr

Literatur und KI: „Ich würde niemals behaupten, ich erkenne KI sofort“


Der Autor Thélyson Orélien muss sich gegen Vorwürfe verteidigen, KI für seinen Roman genutzt zu haben. Was sagt sein deutscher Übersetzer Jürgen Ritte dazu?

Literatur und KI: „Ich würde niemals behaupten, ich erkenne KI sofort“

Seit zu Beginn der Woche auf X der Vorwurf erhoben wurde, der frankokanadische Autor Thélyson Orélien habe seinen Roman „Es war das oder sterben“ mit KI geschrieben, ist eine Debatte um den Fall entbrannt. Der kanadische Verlag will die Vorwürfe prüfen, manche Medien vermuten rassistische Motive hinter den Anschuldigungen, aber auch Plagiatsvorwürfe gegen ein paar von Oréliens journalistischen Texten stehen im Raum. Am Freitag strich die Académie Goncourt den Titel von der Nominiertenliste für den renommierten Prix Goncourt, aus Sorge um ihren Ruf. In Deutschland wird der Roman im Juni 2027 bei Rowohlt erscheinen. Auf SZ-Anfrage schreibt der Verlag: „Der KI-Vorwurf muss geprüft und geklärt werden“. Das zu tun, obliegt nun dem kanadischen Originalverlag Éditions du Boréal. Jürgen Ritte lebt seit vielen Jahren in Frankreich, ist emeritierter Professor für Literaturwissenschaften an der Sorbonne Nouvelle in Paris und hat den Roman mit seiner Frau Romy Ritte ins Deutsche übersetzt.

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