SZ 12.05.2026
09:36 Uhr

Neuschnee in den Höhenlagen: Der Winter ist zurück in Bayern


Am Wochenende war Freibadwetter - jetzt könnte der Schlitten nochmal zum Einsatz kommen. Zumindest in den höheren Lagen des Freistaats.

Neuschnee in den Höhenlagen: Der Winter ist zurück in Bayern
Im Schneetreiben liegt die Landschaft um den Riedbergpass in rund 1200 Meter Höhe. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Noch vor wenigen Tagen schien der Sommer schon Einzug gehalten zu haben zwischen Coburg und Mittenwald, Weiden und Oberstdorf. Sogar in den notorisch grauen Gegenden schien die Sonne von morgens bis abends, die Freibäder waren gut gefüllt und die Sonne sorgte für angenehm warme Temperaturen.

In den Bäumen und Sträuchern summte und brummte es, Kirschen, Äpfel und andere Obstbäume blühten in bunten Farben. Die ersten kleinen, grünen Erdbeeren waren im Beet zu sehen, Tulpen, Narzissen und andere Frühblüher verwelken schon langsam.

Harter Schnitt. 12. Mai.

Der Eisheilige Pankratius hat im Jahr 2026 offenbar seinen großen Auftritt – zumindest in den Höhenlagen Bayerns. In Obermaiselstein ist der Riedbergpass am Dienstag in der Früh nur mit Winterausrüstung zu befahren. Oberviechtach: zwei Grad. Nürnberg: vier Grad. Ingolstadt: fünf Grad, gefühlt minus zwei. Auf der Zugspitze: minus zwölf Grad.

Die Schneefallgrenze in den Alpen sank laut Deutschem Wetterdienst auf 1000 Meter, am Dienstagmorgen warnten die Meteorologen vor Glättegefahr oberhalb von 600 Metern. In höheren Lagen sind den Angaben zufolge fünf bis zehn, in Staulagen in den Allgäuer Alpen sogar um 20 Zentimeter Neuschnee möglich.

Auch in den Mittelgebirgen könnten laut dem DWD „einige Schneeflocken“ fallen. Oberhalb von 800 Metern sei im Bergland zudem Vorsicht auf den Straßen geboten, denn es könnte den DWD-Angaben zufolge Glätte durch Schneematsch geben.

Nach einer ungewöhnlich kalten und teils (boden-)frostigen Nacht werden für diesen Dienstag in Bayern nur noch einzelne Regenschauer oder kurze Gewitter erwartet. Die Höchstwerte bewegen sich der Vorhersage zufolge zwischen sieben und zwölf Grad. Erst gegen Abend soll es etwas auflockern.

Noch kälter wird es nach Angaben eines DWD-Sprechers in der Nacht auf Mittwoch mit verbreitetem Bodenfrost in Süddeutschland.

Ein solcher Kälteeinbruch sei natürlich vor allem nach der Wärme des Wochenendes überraschend – aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich, sagte er. Es sei „typisch, dass es auch im Mai immer mal diesen Kaltflluss-Einfluss gibt“. Polarluft komme von der Nordsee ins Land. „Das passt ja auch zu den Eisheiligen dieses Jahr.“

In der Meteorologie werden diese Eisheiligen (11. bis 15. Mai) unter dem Stichwort Singularitäten geführt. Man versteht darunter Witterungsereignisse, die im Jahreslauf regelmäßig auftreten. Trotzdem gelten die Eisheiligen heute vorwiegend als ein Relikt des Aberglaubens. Und doch geht von ihnen eine latente Gefahr aus – vor allem in der Landwirtschaft und in Gärten – und in höheren Lagen auch für Autofahrer.

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