SZ 19.08.2026
13:10 Uhr

Russische Desinformation: „Es geht immer darum, eine Spaltung herbeizuführen“


Russland verbreitet Gerüchte über angebliche Untaten deutscher Politiker. Das ist beunruhigend. Es ist manchmal aber auch einfach dämlich, sagt die Slawistin Sylvia Sasse.

Russische Desinformation: „Es geht immer darum, eine Spaltung herbeizuführen“
Sylvia Sasse, geboren 1968 in Magdeburg, lehrt Slawistische Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Sie ist Mitbegründerin und Mitglied des Zentrums Künste und Kulturtheorie in Zürich und forscht zu den Methoden der sowjetischen und russischen Propaganda. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Subversive Affirmation“ (Diaphanes-Verlag). Anne Morgenstern

Russlands Desinformationskampagne „Matroschka“ oder „Operation Overload“ verbreitet wenige Wochen vor den Wahlen in Ostdeutschland verstärkt Lügen über Kommunalpolitiker. So tauchen gefälschte Webseiten von großen deutschen Medien auf, darunter Spiegel, Deutsche Welle und Süddeutsche Zeitung, wo dann sehr realistisch aussehende Fake-Nachrichten verbreitet werden, etwa über Kandidaten der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Die Slawistin Sylvia Sasse forscht seit Jahren zu russischer Propaganda. Im Videotelefonat aus Zürich erläutert sie, wer Opfer und wer Komplize des Kreml ist.

Moskau mischt sich in einen Schweizer Wahlkampf ein – und die „Neue Zürcher Zeitung“ gibt einen Propagandatext des russischen Außenministeriums vollständig wieder. Wie konnte das passieren?

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