„Stammtisch“ ist maximal untertrieben. Selbst das Nebenzimmer im Mühlwinkler Hof ist zu klein für den Andrang. „Ich stell’ mich einfach in die offene Zwischentür und rede laut, dann seht und hört ihr mich alle“, sagt Sarina Kraft und zerstreut so die Sorge der Spätankömmlinge, sie würden im angrenzenden Gastraum nichts mitbekommen. Es ist Anfang August im Chiemgau, 38 Grad zeigte das Thermometer am Nachmittag, und auch am Abend weht kein Luftzug durch die offenen Fenster in das Wirtshaus an der Talstation der Hochfelln-Seilbahn. Wer eine Speisekarte oder einen Bierdeckel in die Finger bekommt, fächelt sich Luft ins Gesicht.
