Der AfD-Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt treibt bundesweit an diesem Samstag Menschen auf Demonstrationen. In mehr als 35 Städten gingen sie gegen Rechtsextremismus auf die Straße und für demokratischen Zusammenhalt. Unter anderem in München, Hamburg, Berlin, Magdeburg, Schwerin, Dresden und Leipzig. Aufgerufen dazu hatte ein überparteiliches Bündnis. Mehr als 100 Organisationen, Initiativen und Gewerkschaften gehören ihm an.
Bei der Landtagswahl am 6. September hatte die AfD in Sachsen-Anhalt mit knapp 44 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bekommen, eine absolute Mehrheit allerdings verfehlt.
Düsseldorf: Rund 20.000 bei »Kein Schritt zurück!«-Demonstration
Unter dem Motto »Kein Schritt zurück! Gegen die AfD und rechte Hetze!« sind nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 20.000 Menschen durch die Düsseldorfer Innenstadt gezogen. Die ursprünglich angemeldete Teilnehmerzahl wurde damit verdoppelt. Mehrere politische Initiativen hatten zu der Protestkundgebung aufgerufen, um ein gemeinsames Zeichen für eine offene demokratische Gesellschaft zu setzen.
Auf den Transparenten war etwa zu lesen: »Kein Platz für Rattenfänger« oder »Jetzt können wir herausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!« Ein Großplakat mit der Karikatur eines Mannes auf dem Klo forderte unverblümt: »Zicke Zacke ... Braune Kacke! Weg damit!«
Düsseldorf: Menschen nehmen an einer Demonstration teil unter dem Motto »Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!«
Foto: Thomas Banneyer / dpaHamburg: Gut 25.000 demonstrieren gegen rechts
In Hamburg zogen nach Angaben der Veranstalter rund 25.000 Menschen unter dem Motto »Zeit zum Handeln – Freiheit muss verteidigt werden« durch die Innenstadt.
Hamburg: Zahlreiche Teilnehmer der Demonstration »Zeit zum Handeln – Freiheit muss verteidigt werden«
Foto: Georg Wendt / dpaBerlin: Etwa 13.000 bei Demo für Zusammenhalt
Seit Samstagmittag demonstrierten Tausende in Berlin. Sieben Demonstrationszüge zogen aus verschiedenen Stadtteilen zum Roten Rathaus. Dort fand gegen 16 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Am Nachmittag zählte die Polizei rund 13.000 Teilnehmer. Der größte Einzelzug: eine Fahrrad-Demo mit etwa 5000 Menschen, gestartet an der Siegessäule. Eine Zahl der Organisatoren liegt bislang nicht vor. Sie hatten im Vorfeld mit 30.000 Menschen gerechnet. Im Einsatz sind 1800 Polizeikräfte.
Berlin: Bunter Demonstrationszug am Samstag, die Polizei nannte rund 13.000 Teilnehmer
Foto: Ralf Hirschberger / AFPBayern: Rund 16.000 bei Demos gegen rechts
Rund 16.000 Menschen sind in München und Bamberg gegen rechts auf die Straße gegangen. In München nahmen im Bereich des Siegestors nach Angaben der Polizei rund 12.000 Menschen an einer sogenannten Prüf-Demo teil – viermal so viele wie ursprünglich angemeldet. Die bundesweite Aktion fordert, dass vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestufte Parteien vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden sollen.
Bamberg: Demonstranten ziehen durch die Straßen
Foto: Pia Bayer / dpaMagdeburg: Über 1000 Menschen für Prüfung von AfD-Verbotsverfahren
In Magdeburg waren es gut 1000 Menschen, die bei einer Demonstration die Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD forderten.
Magdeburg: Teilnehmer der Prüf-Demo ziehen mit einer bunten Fahne durch die Innenstadt
Foto: Simon Kremer / dpaErfurt: Mehrere Hundert demonstrieren für AfD-Verbotsverfahren
Auch in Erfurt haben Hunderte für die Prüfung eines Verbotsverfahrens rechtsextremer Parteien demonstriert. In Redebeiträgen, auf Plakaten und mit Liedern unterstützten die Teilnehmer vor der Staatskanzlei die an die Landesregierung gerichtete Forderung, sich für die Einleitung eines solchen Verfahrens starkzumachen.
Erfurt: Ein Plakat wird am Rande einer Demonstration gezeigt
Foto: Marie Frech / dpaSchwerin: Demonstranten fordern Überprüfung der AfD
In Schwerin waren es Dutzende, die für eine Überprüfung der AfD durch das Bundesverfassungsgericht demonstrierten. Unter dem Titel »Kondome werden besser geprüft als rechtsextreme Verdachtsfälle – Lieber prüfen, bevor es in die Hose geht!« riefen die Veranstalter zur »Prüf-Demonstration« auf dem Grunthalplatz auf.
Schwerin: Frauen halten während einer Demonstration Schilder mit den Aufschriften »Nie wieder ist jetzt. – Prüfen rettet.«
Foto: Markus Scholz / dpaAuch in weiteren Städten Deutschlands gab es an diesem Samstag Demonstrationen infolge der Wahl in Sachsen-Anhalt.
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