Ein Strand in Argentinien wurde überraschend von zahlreichen kuriosen Tieren überschwemmt: An der Küste der Provinz Chubut im Bereich von Comodoro Rivadavia und Puerto Madryn landeten – grob geschätzt – Tausende sogenannte Penisfische an Land. Tatsächlich handelt es sich bei den Lebewesen allerdings nicht um Fische, sondern um Meereswürmer.
Die Tiere leben üblicherweise eingegraben in u-förmigen Wohnhöhlen im Schlamm oder Sand des Meeresbodens und sind nur selten an der Oberfläche zu sehen. Der wissenschaftliche Name der Art lautet Urechis unicinctus.
Im Gespräch mit canal12web.com erklärte José Fernández Alfaya von der Universidad Nacional de la Patagonia San Juan Bosco in Puerto Madryn, dass diese Tiere entlang der gesamten Küste von Chubut in sandigen Meeresböden leben. Wissenschaftlich sind sie als Echiuren bekannt. Der Forscher sagte weiter: »Diese Tiere haben überhaupt nichts mit Fischen zu tun. Tatsächlich ähneln sie eher einem Regenwurm als einem Fisch.«
Er hob hervor, dass die Tiere für Menschen, die am Strand liegen, ungefährlich sind. Dennoch rät er – wie bei jeder Wildtierart – davon ab, sie anzufassen.
La aparición de “peces pene” sorprendió en Chubut tras el fuerte temporal y la ciclogénesishttps://t.co/kSmfRNPiJS
— Sol Play 91.5 (@SolPlay915) May 15, 2026
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Fachleute gehen davon aus, dass das Phänomen direkt mit einem heftigen Unwetter und starkem Wellengang zusammenhängt. Vereinfacht gesagt hat das Meer den Boden aufgewühlt und die Tiere dadurch an die Küste gespült.
Hoher Proteingehalt
Die Meeresbewohner sind nach jetziger Kenntnis vorwiegend im westlichen Pazifik verbreitet. Insbesondere in den Küstengewässern vor China, Korea, Japan und Russland wurden sie schon oft beobachtet. In anderen Meeresregionen werden sie deutlich seltener gesichtet. Dennoch kommt es auch dort gelegentlich zu spektakulären Massenanspülungen, etwa 2019 in Kalifornien und 2023 ebenfalls in Argentinien.
Während einige Fischer in Argentinien die Würmer als Köder nutzen, gelten die Tiere in Teilen Ostasiens als Delikatesse. Vor allem in China, Japan und auf der koreanischen Halbinsel werden sie als hochwertiges Seafood gehandelt: Forschende verweisen in einer Studie von 2019 auf einen hohen Proteingehalt, zahlreiche essenzielle Aminosäuren und sogar auf ein medizinisches Potenzial, etwa durch antitumorale und immunstärkende Wirkungen einzelner Extrakte. Abschließend erforscht ist das nicht.
