SpOn 14.03.2026
18:20 Uhr

Belgien: Theateraufführung zur biblischen Maria nach Drohungen abgesagt


Krank und verwest, aber unsterblich: So wollte ein Theaterstück in Belgien die Muttergottes darstellen. Nach lautstarken Protesten von Katholiken wurde das Event nun abgesagt.

Belgien: Theateraufführung zur biblischen Maria nach Drohungen abgesagt

Eine Theateraufführung über Maria, die Mutter Jesu Christi, hat im belgischen Havelange für einen Eklat gesorgt. Nach zahlreichen Beschimpfungen und Bedrohungen hat das Kulturzentrum des Dorfes in der wallonischen Provinz Namur eine für Ende März angekündigte Premiere abgesagt, wie das katholische Nachrichtenportal CathoBel berichtet.

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Das mit »Madonna (non) grata« betitelte Event werde nicht wie geplant stattfinden. »Eine Schöpfung an der Grenze zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen; Jungfrau und Hure, heilig und vergänglich«: So kündigte das Kulturzentrum die Aufführung »Madonna (non) grata« an, die für den 27. März auf dem Programm stand.

Weiter hieß es: »Seit einer Ewigkeit in ihrem Altar eingeschlossen, nennt man sie Morgenstern, unbefleckte Empfängnis, Königin ohne Erbsünde.« Doch ihr Altar sei zu einem Hort des Schimmels geworden; »Sie ist krank, ihr Fleisch verwest, doch sie ist unsterblich«.

Protestschreiben empörter Katholiken

Das katholische Portal veröffentlichte am Freitag ein Protestschreiben empörter Katholiken gegen die geplante und von manchen Gläubigen als Beleidigung empfundene Veranstaltung. In den sozialen Medien entbrannte eine Diskussion über Kunstfreiheit, freie Meinungsäußerung und »katholisch-traditionalistische Hater«, die Dialog und Demokratie mit Füßen treten würden. Es sei doch gerade die Aufgabe von Kulturzentren, zu geistiger Auseinandersetzung anzuregen, auch mit Religion, so die Verteidiger der Produktion.

Kirche im belgischen Havelange: Proteste gegen Ausstellung

Kirche im belgischen Havelange: Proteste gegen Ausstellung

Foto: John Thys / dpa / BELGAPLUS / picture alliance

Das Kulturzentrum reagierte dennoch mit der Absage des Events. Angesichts der Heftigkeit und Fülle der Reaktionen sehe man keine Möglichkeit für einen sachlichen Dialog. Weder vonseiten der Künstler noch der Veranstalter sei ein Angriff auf die katholische Religion beabsichtigt gewesen.

Die Theatergruppe, die die Aufführung geplant hatte, sprach in einer Mitteilung, aus der CathoBel zitiert, von »Intoleranz und Einschüchterung«, die einen ruhigen Dialog mit den Kritikern unmöglich gemacht habe.

ade/KNA