Erstmals sind im vergangenen Jahr weltweit mehr Menschen durch Konflikte und Gewalt in ihrem Heimatland vertrieben worden als durch Katastrophen. Das teilte die Beobachtungsstelle für Binnenvertriebene (IDMC) in Genf mit.
2025 registrierte sie 32,2 Millionen Vertreibungen durch Konflikte und Gewalt , 60 Prozent mehr als im Jahr davor. Fast zwei Drittel davon betrafen Iran und die Demokratische Republik Kongo.
Katastrophen wie Stürme und Überschwemmungen verursachten 29,9 Millionen Vertreibungen, 35 Prozent weniger als im Jahr davor.
Für beide Kategorien gilt: Dies entspricht nicht der Zahl der individuell Betroffenen, sondern bezieht sich auf den jeweiligen Akt der Vertreibung. Zudem kann eine Person innerhalb eines Jahres mehrfach betroffen sein.
Was eine Vertreibung bedeutet
Eine Vertreibung bedeutet, dass jemand wegen der Gefahr aus seinem Haus fliehen musste. Die Beobachtungsstelle erfasst, wer danach im eigenen Land außerhalb seiner Heimat Zuflucht suchte. Es geht also um Binnenvertriebene, nicht Menschen, die auf der Flucht ihr Land verlassen haben.
Die IDMC wurde 1998 vom norwegischen Flüchtlingsrat gegründet. Sie ist für Regierungen und Vereinte Nationen eine der wichtigsten Quellen für Daten, Analysen und Berichte über Binnenflüchtlinge. Sie warnt, dass mangels Geld die Datenlage unzuverlässiger wird.
Der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland, prangerte ein »weltweites Versagen bei der Konfliktprävention und beim grundlegenden Schutz der Zivilbevölkerung« an. »So kann es nicht weitergehen«, warnte er.
