SpOn 13.03.2026
18:00 Uhr

Braunschweig: AfD-naher Verein Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein


Der Betriebsrat am Braunschweiger VW-Standort rückt ein Stück nach rechts: Erstmals sind dort künftig Mitglieder vertreten, die mit der AfD sympathisieren. Die IG Metall spricht dennoch von einem guten Ergebnis.

Braunschweig: AfD-naher Verein Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Im Betriebsrat am Braunschweiger Volkswagen-Standort ist künftig eine Arbeitnehmerorganisation vertreten, die als AfD-nah gilt. Die Liste des Vereins Zentrum erhielt bei der dortigen Wahl 6,49 Prozent der Stimmen, wie die örtliche IG Metall nach der Stimmenauszählung auf Anfrage bestätigte.

Damit errang Zentrum zwei der 35 Sitze im Braunschweiger Betriebsrat. Die IG Metall kam auf 78,5 Prozent und 28 Mandate, die Christliche Gewerkschaft Metall auf 15 Prozent und fünf Sitze.

Erstmals mit eigener Liste in Braunschweig am Start

Das Zentrum, das sich selbst als »alternative Gewerkschaft« bezeichnet, war erstmals bei VW mit einer eigenen Liste angetreten. Braunschweig war dabei der einzige Standort, an dem es mit einer eigenen Liste vertreten war. Aufgestellt waren nur zwei Kandidaten, die nun beide gewählt wurden. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf das Umfeld des Gesamtbetriebsrats berichtete, hätte das Wahlergebnis auch nicht für mehr Sitze gereicht.

Bisher ist der Verein vor allem in Süd- und Ostdeutschland aktiv. Gegründet wurde er 2009 als »Zentrum Automobil« im Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim.

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Die Braunschweiger IG-Metall-Listenführerin Daniela Nowak sprach insgesamt von einem positiven Wahlergebnis in herausfordernden Zeiten. In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung zeige sich, dass die deutliche Mehrheit weiterhin auf bewährte Solidarität und Tarifbindung setze. »Gemeinsam setzen wir den Kurs fort«, wurde sie in einer Mitteilung zitiert. »Wir werden uns auch in den nächsten Jahren konsequent für die Belange unserer Kolleginnen und Kollegen einsetzen.«

Auch bei VW in Zwickau ist die Betriebsratswahl ein Stimmungstest: Erstmals könnten dort ebenfalls AfD-nahe Arbeitnehmer in einer deutschen Autofabrik eine zentrale Rolle übernehmen. Mit ihren Parolen bringen sie das eigene Werk in Gefahr. Lesen Sie hier unsere Reportage dazu. 

mkh/dpa