SpOn 18.03.2026
20:39 Uhr

Brokdorf: Mehr als zwanzig sicherheitsrelevante Vorfälle seit Stilllegung


Menschliche Fehler oder technische Defekte beim Rückbau haben laut der Landesregierung in Kiel zu den Vorfällen im Kernkraftwerk Brokdorf geführt. Der Betreiber betont, dass kein Risiko für Umwelt oder Bevölkerung bestanden habe.

Brokdorf: Mehr als zwanzig sicherheitsrelevante Vorfälle seit Stilllegung

Im stillgelegten Atomkraftwerk Brokdorf, im Kreis Steinburg, haben sich seit Anfang 2022 insgesamt 26 sicherheitsrelevante Vorfälle ereignet. Das geht aus einer Antwort der schleswig-holsteinischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Grünenabgeordneten Malte Krüger hervor.

Bei Reparaturarbeiten fiel etwa ein Brennstab aus der Greifvorrichtung, und an einer Brandschutzklappe trat eine Funktionsstörung auf, wie die Landesregierung mitteilte. Im November 2024 kam es zudem bei Arbeiten an einer Isolierhaube zu einer leichten Kontamination eines Mitarbeiters mit radioaktiven Stoffen. Laut der Landesregierung beruhen die meldepflichtigen Ereignisse häufig auf technischen Defekten, etwa durch Korrosionsschäden, oder auf menschlichen Fehlern.

»Ich erwarte vom Betreiber PreussenElektra und dem Eigentümer E.on mehr Sorgfalt und Prävention«, sagte Krüger. Der Konzernleitung von PreussenElektra müsse wieder klarer werden, dass es nicht um den Rückbau eines Abenteuerspielplatzes gehe, sondern um ein Atomkraftwerk. Dabei stehe der Schutz von Umwelt und Bevölkerung an erster Stelle.

Betreiber spricht von sicherheitstechnisch unbedeutenden Vorfällen

Der Betreiber PreussenElektra wies die Ausführungen Krügers zurück und sprach von einem Versuch der Grünen, »unsere Sicherheitskultur in Zweifel zu ziehen«. Sämtliche in Rede stehenden Ereignisse seien der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde gegenüber transparent offengelegt, regelkonform bewertet und umgehend behördlich abgearbeitet worden.

Die Aufsichtsbehörde selbst habe der Einstufung jedes einzelnen Ereignisses auf der Stufe 0 – »Abweichung ohne sicherheitstechnische Relevanz« – der internationalen Meldeskala zugestimmt und damit bestätigt, dass die Ereignisse sicherheitstechnisch unbedeutend seien, hieß es in einer Mitteilung des Kraftwerkbetreibers. Diese Bewertung belege, dass zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für Personal, Bevölkerung oder Umwelt bestanden habe.

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Im Oktober 2024 erhielt das Ende 2021 stillgelegte Atomkraftwerk Brokdorf die erste Genehmigung für den Rückbau. Laut den damaligen Angaben des Betreibers sollen die Arbeiten etwa 15 Jahre dauern.

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fwu/dpa