Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem krebskranken Papst Leo XIV. eine baldige und vollständige Genesung gewünscht. Er habe mit Sorge und Anteilnahme von der Operation erfahren, sagte Steinmeier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). »Die Stimme des Papstes zu den aktuellen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit ist für viele Menschen weltweit, auch in Deutschland, über die konfessionellen Grenzen hinaus von besonderer Bedeutung und wertvoll«, sagte er. Ihm selbst sei die persönliche Begegnung mit Leo XIV. im September 2025 in guter Erinnerung.
Auf den Social-Media-Kanälen der Deutschen Bischofskonferenz schrieb deren Vorsitzender, Bischof Heiner Wilmer, am Abend: »Wir wünschen dem Heiligen Vater nun vor allem Ruhe und Kraft für seine Genesung. In den kommenden Tagen werden wir ihn besonders in unsere Gebete einschließen.«
Genesungswünsche auch von Perus Präsidentin
US-Außenminister Marco Rubio ließ wissen, er und seine Frau Jeanette seien im Gebet für die Gesundheit des Papstes vereint. »Möge der Herr ihm Kraft geben und der Heilige Geist die medizinischen Fachkräfte leiten, die sich um den Heiligen Vater kümmern«, schrieb Rubio bei X.
Perus Präsidentin Keiko Fujimori sagte, Peru bitte Gott, dass er über den Papst wache, ihm Kraft gebe und erlaube, ihn bald wieder gesund zu sehen. Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen sendeten Medienberichten zufolge Genesungswünsche.
Am Dienstagabend hatten die Ärzte Leo XIV.s nach einer Operation in der Gemelli-Klinik von Rom bekannt gegeben, dass der Papst an Lungenkrebs erkrankt sei. Demnach musste ihm der untere Lappen der rechten Lunge entfernt werden, weil sich dort ein Knoten befand. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um ein sogenanntes Lungenadenokarzinom handelt.
Eingriff mit »video-assistierter Technik«
Erst am Sonntag hatte der gebürtige US-Amerikaner öffentlich gemacht, dass bei einer Routinekontrolle in seiner Lunge ein solcher Knoten gefunden worden war. Die Operation an sich verlief nach Angaben der Ärzte »erfolgreich« und ohne Komplikationen. Der Eingriff sei mit »video-assistierter Technik« erfolgt. Dabei werden in der Regel mehrere kleine Schnitte in den Brustkorb gemacht, durch die dann eine Mini-Kamera und chirurgische Instrumente eingeführt werden. So muss nicht der gesamte Brustkorb geöffnet werden.
Insgesamt habe sich der Papst etwa drei Stunden im OP-Saal befunden, so die Ärzte. Nach dem Aufwachen durfte er in sein Zimmer im zehnten Stock zurück, wo es einen eigenen Trakt für Päpste gibt. Dort soll sich Leo jetzt etwa eine Woche erholen. Offen ist noch, wie es mit seiner Therapie weitergeht. Das hängt entscheidend davon ab, ob noch Krebszellen im Körper vorhanden sind. Auch wenn die OP erfolgreich war, besteht das Risiko eines Rückfalls. Der Papst äußerte sich am Abend nicht. Vor dem Krankenhaus und auch andernorts beteten Menschen für den Papst.
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Im Gemelli-Krankenhaus wurden auch schon andere Päpste behandelt wie Johannes Paul II. aus Polen oder Leos unmittelbarer Vorgänger Franziskus. Die Pontifexe haben dort einen eigenen Trakt, in dem sie rund um die Uhr versorgt werden.
Wegen des Krankenhausaufenthaltes wurden alle Audienzen bis Mitte nächster Woche abgesagt, auch eine Begegnung mit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD). Auch die Teilnahme am Abschlussgottesdienst eines internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz wurde gestrichen. Ungewiss ist, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.
Mehrere Krebsfälle in der Familie
Im November steht für den Papst eigentlich eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Er hat auch die peruanische Staatsbürgerschaft.
Mit der Bekanntgabe seiner Erkrankung zeigte Leo eine Offenheit im Umgang mit gesundheitlichen Problemen, wie das für Päpste längst nicht selbstverständlich ist. Der Vatikan hielt früher den Gesundheitszustand der Kirchenoberhäupter oft streng unter Verschluss.
US-Medien berichteten unter Berufung auf mehrere Quellen, dass es in der Familie des Papstes verschiedene Krebserkrankungen gegeben habe. So sei seine Mutter Mildred im Alter von 78 Jahren nach einer Krebsdiagnose und einer Chemotherapie gestorben. Vater Louis Prevost starb den Berichten zufolge im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer Darmkrebs- und einer Herzerkrankung. Der in Florida lebende Bruder des Kirchenoberhaupts, Louis Prevost, erhielt 2017 eine Krebsdiagnose. Aktuell werde er wegen eines Multiplen Myeloms in einer Klinik behandelt, sagte seine Ehefrau Deborah Prevost dem US-Sender CBS .

