SpOn 23.09.2026
09:41 Uhr

Bundestagsvize Andrea Lindholz (CSU) warnt vor KI-Reden im Bundestag


Abgeordnete sollten keine Reden halten, die eine KI formuliert hat, findet die CSU-Politikerin Lindholz. Trotzdem plant auch der Bundestag die Einführung eines eigenen Chatbots: zur Unterstützung der Abgeordneten.

Bundestagsvize Andrea Lindholz (CSU) warnt vor KI-Reden im Bundestag

Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) hat sich gegen rein mit künstlicher Intelligenz generierte Reden von Abgeordneten ausgesprochen. »Aus meiner Sicht haben alle Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch darauf, dass Abgeordnete keine rein KI-basierten Reden halten«, sagte Lindholz der »Rheinischen Post«. Abgeordnete könnten KI für ihre Arbeit nutzen. »Aber gut beraten ist er nur dann, wenn in der politischen Debatte am Ende seine eigenen Gedanken und seine eigene Sprache erkennbar bleiben«, sagte sie.

Rein KI-generierten Texten fehle »das Persönliche, das Emotionale und die politische Zuspitzung. Sprache lebe davon, dass Haltung, Erfahrung und Emotionalität spürbar sind«.

Eigener Chatbot für Abgeordnete

Und doch will auch der Bundestag noch in diesem Jahr einen eigenen KI-Chatbot für Abgeordnete und die Verwaltung einführen. Lindholz leitet die zuständige Kommission des Ältestenrates. Die Einführung sei »noch bis Ende des Jahres geplant – vorausgesetzt, dass alles so läuft wie vorgesehen«. Es gehe dabei allerdings »um ein unterstützendes Werkzeug, das an vielen Stellen schnelleres und präziseres Arbeiten möglich machen kann – aber nicht um einen Ersatz menschlicher Arbeit«. Der Chatbot soll etwa bei Transkriptionen, schriftlichen Ausarbeitungen und der Vorbereitung von Vorträgen helfen.

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Zudem soll das Angebot den Umgang mit KI sicherer machen. »Wir schaffen mit unserem Chatbot insofern keine neue Gefahr, sondern versuchen eher, den Umgang bewusster, kritischer und sicherer zu gestalten. So können wir die bestehende Schatten-KI eindämmen, die vermutlich weitverbreitet ist«, sagte Lindholz. Der Einsatz ist zunächst für zwölf Monate geplant. Abgeordnete und Mitarbeitende sollen jeweils einen eigenen Zugang bekommen können. »Auf welche Resonanz das Angebot stoßen wird, wird man sehen. Zwingen will ich niemanden. Wir schaffen nur die Möglichkeit«, sagte Lindholz. Das »Schutzniveau« sei »bewusst so hoch wie möglich angesetzt«.

fin/AFP