SpOn 07.08.2026
21:41 Uhr

Ceuta-Krise: Spanien führt Grenzkontrollen für Italien ein


Nach der Migrationskrise in Ceuta nahm Italien gegen Spanien gerichtete Grenzkontrollen auf. Madrid hat das erst scharf kritisiert und kündigt nun ebenfalls Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien an.

Ceuta-Krise: Spanien führt Grenzkontrollen für Italien ein

Spanien führt als Reaktion auf italienische Grenzkontrollen nun seinerseits Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein. Die Grenzkontrollen sollen um Mitternacht in der Nacht zum Samstag beginnen und bis zum 7. September laufen, teilte das spanische Innenministerium mit.

Angesichts des »anhaltenden Drucks durch irreguläre Migration« aus dem Alpenland würden bei italienischen Passagieren und Besuchern aus anderen Ländern, die aus Italien einreisen, Pass-, Staatsangehörigkeits- und Visakontrollen durchgeführt. Italien hatte nach der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta Grenzkontrollen für Spanien eingeführt und damit einen Streit mit Madrid ausgelöst.

Italien wies Forderung nach Ende der Kontrollen zurück

Die spanische Regierung hatte am Freitag bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Italien seine Grenzkontrollen nicht wieder aufheben. Aus ihrer Sicht sind die italienischen Grenzkontrollen »unfair, laufen den Interessen der EU zuwider und diskriminieren die spanische Bevölkerung«. Spanien und Italien haben keine Landgrenze.

Das Büro der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wies die Forderung aus Madrid umgehend zurück. Die Kontrollen würden erst wieder aufgehoben, »wenn sicher ist, dass es keine Sicherheits- oder Terrorismusrisiken für Italien gibt, es keine neue Welle gibt und keine irregulär eingereisten Migranten auf europäischen Boden kommen«.

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Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, 80 Menschen kamen demnach ums Leben. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet, Menschenrechtsgruppen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus.

Wohl knapp 2000 Migranten befinden sich noch in Ceuta, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen.

Zehntausende schwammen nach Ceuta, viele ertranken. Mehr als zwei Dutzend Migranten berichten dem SPIEGEL, marokkanische Sicherheitskräfte hätten sie über die Grenze gedrängt. Lesen Sie hier eine Rekonstruktion der Ereignisse .

svs/AFP