SpOn 02.10.2026
11:07 Uhr

Dag Baehr: BND-Vizepräsident nutzte offenbar im Netz veröffentlichte Handynummer


Er ist einer der ranghöchsten Geheimnisträger der Bundesrepublik: Nach einem Datendiebstahl landeten laut einem Bericht private Informationen von Dag Baehr im Netz. Seine Nummer soll er trotzdem nicht geändert haben.

Dag Baehr: BND-Vizepräsident nutzte offenbar im Netz veröffentlichte Handynummer

Die private Handynummer des militärischen Vizepräsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) Dag Baehr war seit Jahren öffentlich im Internet zu finden. Das berichtet der Rechercheverbund von WDR  und »Süddeutscher Zeitung« . Dasselbe galt für die private Adresse des Generalmajors der Bundeswehr in Oberbayern und seine E-Mail-Adresse.

Nach Recherchen von »Süddeutscher Zeitung« und WDR stammen die sensiblen Informationen aus dem Datenleak eines US-amerikanischen Online-Auktionshauses, das 2020 gehackt wurde. Die Kriminellen veröffentlichten anschließend Informationen von mehr als 3,4 Millionen Kunden online. Damals war Baehr stellvertretender Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung der Bundeswehr.

Nummer weitergenutzt

Seit 2023 ist Baehr als militärischer Vizepräsident des BND einer der ranghöchsten Geheimnisträger der Bundesrepublik und zuständig für die strategische Militäraufklärung im Ausland. Dabei geht es etwa um Informationen über russische Atomwaffen oder das nordkoreanische Raketenprogramm. Vor dem Hintergrund scheint es besonders brisant, dass Baehr die Telefonnummer offenbar weiternutzte, obwohl er von dem Leak wusste. Das Auktionshaus hatte dem Bericht zufolge nach dem Hack alle Betroffenen über den Sicherheitsvorfall informiert.

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Baehr sagte WDR und »Süddeutscher Zeitung«, er habe die Nummer ausschließlich privat genutzt. Dennoch räumte er ein, dass das ein Fehler gewesen sei. Inzwischen habe er diesen korrigiert. Allerdings sagten mehrere berufliche Kontakte Baehrs, dass er ausschließlich über diese Handynummer mobil zu erreichen gewesen sei.

Kein Kommentar vom BND

Aber auch schon eine rein private Nutzung wäre heikel gewesen. Auch wenn ein Handy regelmäßig auf Schadsoftware untersucht werden sollte, könne eine öffentlich bekannte Nummer es möglichen Angreifern laut Sicherheitsexperten erleichtern, das Gerät zu lokalisieren, anzugreifen und Inhalte auszuspähen, hieß es.

Der BND wollte sich gegenüber dem Rechercheverbund nicht zu dem Vorfall äußern. Ein Sprecher des Bundeskanzleramtes, das die Fachaufsicht über den BND ausübt, teilte auf Anfrage mit: »Grundsätzlich werden Hinweise auf Datenleaks, von denen Mitarbeitende von Sicherheitsbehörden betroffen sind, sehr ernst genommen.« Dies betreffe »sowohl die Bewertung sicherheitlicher Risiken als auch die Beratung der Betroffenen«. Darüber hinaus äußere man sich zu Personalangelegenheiten grundsätzlich nicht.

bbr