Ein US-Mediziner infizierte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebolavirus, die Zahlen der Verdachts- und mutmaßlichen Todesfälle im Land steigen schnell. Nun reagieren die USA: Das US-Außenministerium hat eine Reisewarnung für die DR Kongo, Uganda sowie für den Südsudan ausgesprochen. Das Ministerium empfahl zudem, Reisen nach Ruanda zu überdenken.
Die US-Behörden hatten zum Schutz der eigenen Bevölkerung bereits angekündigt, Flugreisende aus Ebola-Ausbruchsgebieten auf Symptome zu überprüfen und die Visavergabe an Staatsbürger aus betroffenen Gebieten vorerst auszusetzen.
Für deutsche Staatsbürger gilt keine landesweite Reisewarnung für die Demokratische Republik Kongo, sondern lediglich für mehrere Provinzen. Allerdings heißt es in den aktuellen Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin: »Von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile der Demokratischen Republik Kongo einschließlich der Hauptstadt Kinshasa wird abgeraten.«
Vor Reisen in die Provinzen Maniema, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Ituri, Tshopo und Tanganyika sowie in den nördlichen Teil der Provinz Haut-Katanga werde gewarnt, heißt es vom Auswärtigen Amt. Außerdem gelte eine Reisewarnung für den Nationalpark Upemba in den Provinzen Haut-Lomami und Haut-Katanga. »Deutsche Staatsangehörige, die sich in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu aufhalten, werden zur Ausreise aufgefordert«, so das Auswärtige Amt.
US-Bürger wird in Deutschland behandelt
Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich ein US-Bürger im Kongo infiziert. Der Arzt soll in Deutschland behandelt werden, wie das Bundesgesundheitsministerium bestätigte. Die US-Gesundheitsbehörde CDC begründet dies mit der kürzeren Flugzeit und der deutschen Ebola-Expertise. Außerdem wollen die Behörden sechs weitere Menschen zur Überwachung ihres Gesundheitszustands aus der Demokratischen Republik Kongo ausfliegen. Für die Vereinigten Staaten selbst sieht die CDC das Risiko als gering an.
Im Kongo wurden mittlerweile bereits mehr als 130 Ebola-Todesopfer gezählt. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich »zutiefst besorgt« über das »Ausmaß und die Geschwindigkeit« der Ebola-Ausbreitung.
Der Ebola-Ausbruch in Afrika dürfte größer und weiter verbreitet sein, als die offiziellen Zahlen nahelegen. Für den seltenen Virustyp Bundibugyo gibt es bisher keinen zugelassenen Impfstoff. Mehr dazu lesen Sie hier.
