Nach einem Angriff auf die Synagoge in West Bloomfield (mehr dazu hier) hat die US-Bundespolizei FBI Ermittlungen wegen eines »gezielten Gewaltaktes gegen die jüdische Gemeinde« eingeleitet. Das sagte die leitende Sonderermittlerin der FBI-Dienststelle in Detroit, Jennifer Runyan, am Donnerstag vor Journalisten.
Der bewaffnete Angreifer war mit einem Lkw in eine Synagoge gerast und bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften zu Tode gekommen. Nach Polizeiangaben wurde eine Sicherheitskraft verletzt. US-Präsident Donald Trump zeigte sich schockiert.
Der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Oakland, Michael Bouchard, sagte, in der Synagoge hätten sich während des Angriffs Kinder und Mitarbeiter aufgehalten, sie seien aber unverletzt. Dem Sender Fox News zufolge geriet der Lkw bei dem Angriff in Brand.
Einsatzkräfte in West Bloomfield
Foto: Jacob Hamilton / AP30 Polizeibeamte seien mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es. Nach Bouchards Worten durchbrach der Lkw das Tor des Gebäudes und blieb im Eingangsbereich stehen.
Über den Angreifer sagte Bouchard: »Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, was ihn getötet hat, aber die Sicherheitskräfte haben den Verdächtigen mit Schüssen bekämpft.« Zur Identität des Täters und seinem möglichen Motiv konnte der Polizeichef vorerst keine Angaben machen – auch nicht zu einer möglichen Verbindung zu den Angriffen auf Iran. Ob es sich um einen Einzeltäter handelte, war ebenfalls nicht völlig klar.
Der Sheriff sagte, der Angreifer scheine allein in dem Fahrzeug gewesen zu sein. Spürhunde durchsuchten den Lkw nach möglichem Sprengstoff. »Es ist kompliziert, weil es ein Feuer gibt«, sagte Bouchard. Die Leiche des Angreifers wies demnach schwere Brandverletzungen auf.
Fernsehbilder zeigten ein massives Polizeiaufgebot und Dutzende Wagen mit Blaulicht in der Umgebung der Synagoge in dem Vorort nördlich von Detroit. Über dem Gebäudekomplex stieg Rauch auf.
Angriff auf eine der größten US-Synagogen
Nach Angaben des Weißen Hauses wurde Trump umgehend über den Vorfall informiert. Er sprach von einer »schrecklichen Sache« und nannte es »absolut unglaublich, dass solche Dinge passieren«.
Die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, verurteilte den Angriff auf die Synagoge namens Temple Israel scharf. »Die jüdische Gemeinde von Michigan sollte in Frieden leben und ihren Glauben ausüben können«, sagte sie.
Der israelische Außenminister Gideon Saar äußerte sich »schockiert über den Angriff«. Die israelische Regierung stehe in Kontakt mit der jüdischen Gemeinde und den örtlichen Behörden. »Antisemitismus darf niemals wieder sein hässliches Haupt erheben«, sagte Saar.
Die Reformsynagoge Temple Israel gilt als eine der größten der USA und zählt nach Angaben von US-Medien rund 12.000 Mitglieder. Sie umfasst unter anderem eine Vorschule und eine Religionsschule. In Nordamerika hatte es zuletzt zahlreiche Angriffe auf jüdische Gotteshäuser gegeben. Allein in der kanadischen Wirtschaftsmetropole Toronto gab es in den vergangenen Wochen drei Schusswaffenvorfälle.
Der frühere US-Botschafter in Israel, Tom Nides, sagte Fox News: »Antisemitismus und Hass wachsen an.« Er verwies dabei auf den Irankrieg. Zwar sei das Motiv des Angreifers in Michigan nicht bekannt. »Aber wir wissen, dass wir uns gerade deshalb in dieser veränderten Situation befinden, weil im Iran ein Krieg stattfindet und die Vereinigten Staaten und Israel auf einer Seite stehen«, so Nides, der von 2021 bis 2023 Botschafter in den USA war.
