SpOn 15.09.2026
11:09 Uhr

Fall Fabian: Richter konfrontiert Angeklagte mit widersprüchlichen Aussagen


Gina H. bestreitet, den acht Jahre alten Fabian getötet zu haben. Vor Gericht wirft eine Fahrt nach Güstrow jedoch Fragen auf.

Fall Fabian: Richter konfrontiert Angeklagte mit widersprüchlichen Aussagen

Die im Fall Fabian  wegen Mordes angeklagte Gina H. bestreitet, das acht Jahre alte Kind getötet zu haben. Zuletzt verstrickte sie sich in ihrer Aussage vor Gericht aber in Widersprüche, der Richter hat die Frau nun damit konfrontiert.

Laut Anklage soll die Frau den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 aus seinem Zuhause in Güstrow gelockt und dann an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich der Kleinstadt, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen. Die Angeklagte streitet eine Beteiligung an der Tat ab.

Gina H. hatte vor Gericht jedoch zuletzt erklärt, am Tag der Tat tatsächlich nach Güstrow gefahren zu sein. Ihre Großeltern, bei denen sie lebe, hätten sie gebeten, bei einer Bank in Güstrow Geld und Kontoauszüge zu holen. In Güstrow habe sie jedoch bemerkt, dass sie die Bankkarte ihrer Großeltern und auch ihr eigenes Portemonnaie zu Hause vergessen habe.

Nun sagte der Vorsitzende Richter während des Prozesses, H.s Großeltern hätten später erklärt, dass H. am Tattag den ganzen Vormittag zu Hause verbracht habe. Der Richter stellte das von der Angeklagten genannte Motiv – Geld abheben für die Großeltern – für die Fahrt nach Güstrow infrage. Immerhin habe sie auch in den Folgetagen trotz zunächst gegenteiliger Aussage das Geld nicht abgehoben. »Warum war das nicht so eilig?«, fragte er die Angeklagte. Eine klare Antwort konnte die Beschuldigte darauf nicht geben.

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Gina H. weiß, dass eine Überwachungskamera ihren orangefarbenen Ford Ranger an jenem Tag gegen elf Uhr in Fabians Straße in Güstrow filmte. Genau zu jener Zeit, als Fabians Handy das letzte Mal aktiv war.

»Ich wollte einfach meine Ruhe« – mehr über die vielen Widersprüche der Gina H. lesen Sie hier. 

ptz/dpa