SpOn 13.09.2026
21:18 Uhr

Friedrich Merz: »Mit diesem Bundeskanzler sind keine Wahlen mehr zu gewinnen«


Clara von Nathusius, Schatzmeisterin der Jungen Union, rät Friedrich Merz, er solle »nicht noch mal antreten«. Für Sondierungsgespräche mit der AfD in Sachsen-Anhalt zeigt sie sich offen.

Friedrich Merz: »Mit diesem Bundeskanzler sind keine Wahlen mehr zu gewinnen«

Clara von Nathusius von der Jungen Union sieht mit Kanzler Friedrich Merz keine Chance auf einen Aufschwung in der Wählergunst für die CDU. »Wir haben ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Das ist nicht nur an Friedrich Merz aufgehängt, aber auch«, sagte die JU-Bundesschatzmeisterin in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin«. »Und deswegen glaube ich leider, sind mit diesem Bundeskanzler keine Wahlen mehr zu gewinnen«, fügte sie hinzu. Auf Nachfrage präzisierte von Nathusius, dies bedeute: »Nicht noch mal antreten.«

Nach dem CDU-Wahldebakel in Sachsen-Anhalt wächst die innerparteiliche Kritik an Kanzler Merz. Bei der Landtagswahl am 6. September hatte die AfD in dem Bundesland mit knapp 44 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bekommen. Die CDU stürzte um fast 20 Prozentpunkte ab auf nunmehr 17,2 Prozent.

Nathusius offen für Gespräche mit AfD

Welche Reaktion hätte sich die Politikerin aus der Jugendorganisation der Union auf das katastrophale Ergebnis gewünscht? »Ich hätte mir vor allem einfach Ehrlichkeit gewünscht«, sagte von Nathusius. Sie hätte sich gewünscht, dass Merz in seiner Regierungserklärung sage, wofür »wir als Union« stehen. Als Punkte nannte die JU-Schatzmeisterin soziale Marktwirtschaft, »die Migration angehen« und »endlich wieder Politik für Familien«.

Die Brandmauer sei aus ihrer Sicht ein »gescheitertes Projekt«, sagte von Nathusius. Auf die Frage, ob die CDU in Sachsen-Anhalt in Sondierungsgespräche mit der AfD gehen sollte, sagte sie: »Ich finde, wenn wir eingeladen werden, sollten wir erst mal mit jedem sprechen.« Dann müsse man schauen, was in den Gesprächen herauskomme.

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Die Unvereinbarkeitsbeschlüsse der CDU in der bisherigen Form sollten abgeschafft werden, um dem Bürger wieder klar zu signalisieren, wofür die Partei stehe und nicht nur wogegen. »Ich glaube, wir haben klare Maßstäbe, wofür die CDU steht. Und die sind in Bund und in Ländern aber auch noch mal anders.«

msh/dpa