Der SV Werder Bremen hat sich mit einem Auswärtssieg bei Union Berlin etwas Luft im Tabellenkeller verschafft. In Überzahl gewannen die Bremer 4:1 (1:1) gegen den Club aus Köpenick, bei dem Mittelfeldspieler András Schäfer von Schiedsrichter Timo Gerach früh mit Rot vom Platz gestellt worden war (19. Minute).
Zu diesem Zeitpunkt hatte Ex-Bremer Derrick Köhn Union bereits per Foulelfmeter in Führung gebracht (18.). Gegen zehn Berliner gelang Werder noch vor der Pause das Comeback, Olivier Deman (31.) und Jens Stage (35.) drehten das Spiel. Das 3:1 erzielte Marco Grüll nach einem Berliner Defensivpatzer (66.), den Schlusspunkt setzte Tor-Debütant Patrice Čović (90.+4).
Bremen klettert in der Tabelle vom 16. auf den 13. Platz, Union ist als Elfter nur noch drei Punkte voraus.
Glücklich mit den Entscheidungen von Gerach war zu Beginn keines der beiden Teams: Ein Klammern von Niklas Stark gegen Ilyas Ansah ahndete der Unparteiische mit einem Elfmeter gegen Werder, obwohl das Foulspiel Ansah bereits einige Schritte vor dem Strafraum ins Straucheln gebracht hatte. Der angeschlagene Union-Verteidiger Tom Rothe sah in der Halbzeitpause am DAZN-Mikrofon Argumente für einen Freistoß, meinte aber: »Jetzt hat er auf Elfmeter entschieden, da werde ich mich jetzt auch nicht beschweren.«
Derrick Köhn traf per Strafstoß, seine Ex-Kollegen schauten zu
Foto: Annegret Hilse / REUTERSVom Punkt traf Derrick Köhn, der in der Vorsaison noch für Werder aufgelaufen war, und feierte seinen ersten Treffer für Union mit einem Tänzchen an der Eckfahne (18.). Dann gab es auch für die Gastgeber Grund zur Beschwerde: Einen unglücklichen Tritt von Schäfer gegen Stage ahndete Gerach mit Rot (19.), eine harte Entscheidung.
In Überzahl nutzte Werder zwei Eckbälle, um das Spiel zu drehen: Zunächst landete ein zweiter Ball über Umwege bei Deman, der den Ball von der Stafraumgrenze in den Torwinkel zirkelte (31.). Es folgte das 2:1 durch Stage, der völlig frei zum Kopfball kam (35.).
Zur Pause nahm Werder-Trainer Daniel Thioune die verwarnten Stark und Keke Topp vom Platz, um die Überzahl nicht zu riskieren. Für Topp kam Leonardo Bittencourt, Grüll rückte ins Sturmzentrum – und entschied das Spiel: Ein klärender Kopfball Danilho Doekhis blieb an Jeong Woo-yeongs Rücken hängen. Romano Schmid nahm den Abpraller auf und legte zum einschussbereiten Grüll quer (66.).
Mit dem letzten Angriff traf dann auch noch Joker Čović, der in seiner Geburtsstadt sein erstes Bundesliga-Tor erzielte (90.+4).
In der ersten Hälfte gegen Eintracht verstand St. Pauli sich gut darauf, die Gäste aus Frankfurt vom eigenen Tor wegzuhalten. Pfostentreffer durch Mathias Pereira Lage (24.) und Danel Sinani (31.) sorgten dafür, dass der Kiezclub ein kleines Chancenplus verzeichnen konnte. In ernste Gefahr brachten diese Versuche das Tor von Michael Zetterer, der den am Innenband verletzten Kauã Santos vertrat, aber nur bedingt.
Kurios wurde es kurz vor der Pause: Schiedsrichterassistent Christian Dietz konnte das Spiel nicht fortsetzen. An seiner Stelle sprang der vierte Offizielle, Eric Weisbach, ein (41.).
Ando entgeht Drei-Minuten-Platzverweis
In der zweiten Hälfte musste St. Paulis Trainer Alexander Blessin reagieren: Verteidiger Tomoya Ando hatte erst nach einem Foulspiel an Jonathan Burkardt Gelb gesehen (62.), stieg kurz darauf Farès Chaïbi auf den Fuß (64.) und hatte Glück, nicht vom Platz zu fliegen. Blessin kam Gelb-Rot zuvor und wechselte bei nächster Gelegenheit Adam Dzwigala ein (66.). Zu einem Treffer reichte es für keine der Mannschaften, St. Pauli belegt nun den Relegationsplatz 16.
