Wegen einer Software-Panne bei der Hamburger Staatsanwaltschaft sind rund zwei Monate lang etwa 17.000 Schreiben der Behörde liegen geblieben. Nach Angaben einer Sprecherin war der Fehler bei einem Update am 9. Juli entstanden. Bemerkt wurde er erst Anfang September, am 7. September wurde er behoben.
Über die Panne hatten zuvor das »Hamburger Abendblatt« und die »Hamburger Morgenpost« berichtet. Laut den Berichten wurde die Staatsanwaltschaft durch erste Anfragen »argwöhnischer Anwälte« auf die Panne aufmerksam gemacht.
Die hängen gebliebenen Dokumente seien inzwischen alle versandt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dabei habe es sich unter anderem um Aufforderungen zur Stellungnahme, Einstellungsmitteilungen und Benachrichtigungen über die Bereitstellung von Akten zur Einsichtnahme gehandelt. Mitarbeiter seien zur großzügigen Verlängerung der betroffenen Fristen angewiesen worden, so die Staatsanwaltschaft.
Oberstaatsanwältin Melina Traumann erklärte, die Staatsanwaltschaft bedauere den Umstand sehr. Man prüfe bereits, wie künftig derartige unvorhersehbare Nebeneffekte von Programmänderungen und Updates des Fachverfahrens bemerkt werden könnten.
Die Staatsanwaltschaft Hamburg nutzt zur Bearbeitung von Vorgängen ein in mehreren Bundesländern eingesetztes Standardverfahren, das sogenannte technische Unterstützungssystem für Mehrländer-Staatsanwaltschafts-Automation (Mesta). Darauf weist ein Bericht des Hamburger Datenschutzbeauftragten hin. Die Staatsanwaltschaft selbst spricht von einem Fachverfahren.
