SpOn 22.09.2026
11:37 Uhr

Handel: EU und Philippinen verständigen sich über Freihandelsabkommen


Weniger Zölle, offene Märkte: Brüssel will seine Wirtschaftsbeziehungen in den indopazifischen Raum stärken. Es ist ein weiterer Handelspakt, der dafür sorgen soll, unabhängiger von einzelnen Staaten zu werden.

Handel: EU und Philippinen verständigen sich über Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Das bestätigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem X-Post. Es soll Zölle auf beiden Seiten abbauen und den Marktzugang verbessern, wie die EU-Kommission mitteilte . Nach der grundsätzlichen Einigung müssen sich beide Seiten nun noch über die Umsetzung und technische Details verständigen.

Im Ringen um mehr Unabhängigkeit von den USA ist die EU auf der Suche nach neuen Handelspartnern. Anfang Mai trat das Mercosur-Abkommen in Kraft, das eine Freihandelszone zwischen der EU und Argentinien, Brasilien, Paraguay sowie Uruguay regelt. Auch mit Indien, Mexiko und Australien einigte man sich, Handelshemmnisse abzubauen.

Die EU und die Philippinen hatten 2015 begonnen, über ein Freihandelsabkommen zu sprechen. Zwischenzeitlich lagen die Verhandlungen auf Eis, seit März 2024 wurde weiter daran gearbeitet. Nun habe man vereinbart, »über 94 Prozent der Zolltarifpositionen zu liberalisieren, die mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten abdecken«, sagte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič. Das Abkommen sei zudem ein klares Signal, dass die EU ihr Engagement im indopazifischen Raum verstärke.

Regelungen zu Nachhaltigkeit und Schutzstandards

Erstmals soll sich laut der Brüsseler Behörde der philippinische Markt für öffentliche Aufträge ausländischer Bieter öffnen. Zudem gebe es unter anderem Regelungen zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen sowie zum Schutz Hunderter europäischer Lebensmittel mit geschützter Herkunftsbezeichnung. »Zudem sorgt dies für stärkere und diversifiziertere Lieferketten in einer Zeit, in der Widerstandsfähigkeit zu einer strategischen Priorität geworden ist – Halbleiter sind hierfür ein deutliches Beispiel«, sagte Šefčovič. Neues Investitionspotenzial ergebe sich im Bereich der erneuerbaren Energien, in dem die Philippinen den Ausbau ihrer Kapazitäten vorantreiben wollten.

Die Philippinen mit ihren 113 Millionen Einwohnern seien ein wichtiger Markt für EU-Exporteure. Europäische Unternehmen exportieren demnach besonders viele Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische Geräte. Auch unter anderem für Schweinefleisch aus der EU soll es Zollerleichterungen geben.

Mehr zum Thema

Im Jahr 2025 war die EU laut EU-Kommission der viertgrößte Handelspartner der Philippinen und machte 8,3 Prozent des gesamten Warenhandels des Landes aus. Der bilaterale Warenhandel habe sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro belaufen, während der Handel mit Dienstleistungen im Jahr 2024 10,3 Milliarden Euro erreicht habe.

Die EU mit ihren 450 Millionen Einwohnern ist ein wichtiger Handelspartner für viele Länder: Ihr Anteil am Welthandel lag 2025 mit acht Billionen Euro bei 15,9 Prozent.

jml/dpa