SpOn 24.09.2026
19:46 Uhr

Igor Levit: Pianist verwechselt Iris Berben mit Senta Berger


Bei der Verleihung des Deutschen Kulturpolitikpreises würdigt der Pianist Igor Levit das Engagement von Iris Berben gegen Antisemitismus. Er berichtet aber auch von seinem peinlichen SMS-Fauxpas und ihrer humorvollen Antwort.

Igor Levit: Pianist verwechselt Iris Berben mit Senta Berger

Ein etwas holpriger Start in eine neue Freundschaft: Nach dem ersten Kennenlernen und dem Austausch der Handynummern schrieb der Pianist Igor Levit, 39, der Schauspielerin Iris Berben, 76, eine Nachricht. Eine Antwort blieb aus.

Später habe er die Nachricht noch einmal gelesen, erzählt Levit bei der Verleihung des Deutschen Kulturpolitikpreises des Deutschen Kulturrats in Berlin. Dabei sei ihm aufgefallen, dass er sie mit den Worten »Liebe Senta« begonnen hatte.

Gemeint war natürlich Iris Berben und nicht deren Schauspielkollegin Senta Berger. Levit sei vor Scham »beinahe im Boden versunken«, sagt er. Er habe sich umgehend per Nachricht entschuldigt. Die Nacht zuvor sei kurz gewesen, und er habe dabei eine wichtige eigene Regel gebrochen: niemals eine Nachricht zu schreiben, wenn man nicht ganz bei klarem Verstand ist.

»Deine IRIS, gelegentlich auch Senta«

Berben nahm den Irrtum offenbar mit Humor. Sie habe ihre Antwort mit den Worten »deine IRIS, gelegentlich auch Senta« unterzeichnet, berichtete Levit.

In seiner Laudatio blieb es allerdings nicht bei dieser Anekdote. Levit würdigte Berben primär für ihren jahrzehntelangen Einsatz gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben. Sie gebe nicht auf, werde nicht leiser, sondern lauter und lasse sich nicht einschüchtern, so der Pianist.

Preis für gesellschaftliches Engagement

In diesem Jahr erhält Berben den Deutschen Kulturpolitikpreis für ihren »beharrlichen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sowie für Erinnerungskultur, jüdisches Leben und gesellschaftlichen Zusammenhalt«, wie der Kulturrat zur Begründung mitteilte. Berben sei »eine prägende Stimme des deutschen Kulturlebens«.

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Der Deutsche Kulturpolitikpreis wird seit 2021 vom Deutschen Kulturrat vergeben. Ausgezeichnet werden besondere kulturpolitische Verdienste in Deutschland. Der Preis ist aus dem seit 1992 verliehenen Kulturgroschen hervorgegangen.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy.

dtt/KNA