SpOn 04.10.2026
11:19 Uhr

In den USA: Holocaustüberlebende Irene Butter mit 95 Jahren gestorben


Eine jüdische Zeitzeugin des Holocaust ist tot: Irene Butter überlebte das KZ Bergen-Belsen, später gelangte sie in die USA und klärte über den Nationalsozialismus auf. Kulturstaatsminister Weimer würdigt ihre Verdienste.

In den USA: Holocaustüberlebende Irene Butter mit 95 Jahren gestorben

Die gebürtige Berlinerin Irene Butter ist am Freitag in den USA im Alter von 95 Jahren gestorben. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte die Verdienste der Holocaustüberlebenden und Friedensaktivistin.

»Mit Irene Butter verlieren wir eine beeindruckende Stimme der Erinnerung und eine unermüdliche Kämpferin für den Frieden«, erklärte Weimer in Berlin. Sie habe sich jahrzehntelang für Aufklärung, Frieden und Verständigung eingesetzt. »Ihr Mut, ihre Stimme zu erheben und ihre persönliche Geschichte als Jüdin zu erzählen, ist von unschätzbarem Wert.«

Butter war laut NDR am Freitag im Kreise ihrer Familie und Freunde in den USA gestorben. Sie wurde 1930 als Irene Hasenberg in Berlin geboren. 1937 floh ihre Familie vor den Nazis nach Amsterdam – in das gleiche Viertel, in dem auch Anne Frank mit ihrer Familie lebte.

Nach dem Einmarsch der Deutschen kam sie ins Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo auch Anne Frank ermordet wurde. Butter hatte Glück und kam bei einem Gefangenenaustausch frei. 1945 reiste Irene Butter in die USA aus und wurde Professorin für Wirtschaftswissenschaften in Michigan.

Jahrzehntelang sprach Butter nicht über ihre Vergangenheit – bis sie während einer Gesprächsrunde über Anne Frank ihre Meinung änderte. Dort habe sie ihre »Verantwortung erkannt und angefangen zu reden«, erklärte Butter später. Vor allem Schülerinnen und Schülern in den USA und in Deutschland erzählte sie ihre Geschichte. Dieses Engagement zeichnete die Bundesregierung 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

abl/KNA