SpOn 02.10.2026
14:35 Uhr

Internetkriminalität: 16-Jähriger soll zentrale Rolle in Ransomware-Gruppe haben


Drei Festnahmen, Durchsuchungen in mehreren Ländern: In einer internationalen Operation sind Ermittler gegen mutmaßliche Internetkriminelle vorgegangen. Die Gruppe soll vor allem in Deutschland aktiv gewesen sein.

Internetkriminalität: 16-Jähriger soll zentrale Rolle in Ransomware-Gruppe haben

Ein 16 Jahre alter Jugendlicher soll der Kopf einer Hackerbande sein, die mit zuvor entwendeten Daten hohe Lösegelder kassiert haben soll. Die Cybercrimegruppe soll weltweit rund tausend Angriffe zum Diebstahl sensibler Daten verübt haben, 70 davon in Deutschland, wie die Polizei in Hamburg am Donnerstag mitteilte .

Ein weiterer Haupttäter soll zur Zeit der Taten mit 17 Jahren ebenfalls noch jugendlich gewesen sein. Darüber hinaus identifizierten die Behörden eine Person in einer Verhandlungs- sowie eine weitere Person in einer Vertriebspartnerrolle.

Die Hamburger Ermittler übernahmen nach eigenen Angaben die Leakseite der Gruppe mit dem Namen »Killsec« und verhinderten so weitere Erpressungen mit gestohlenen Daten. Außerdem seien mindestens 110 Terabyte an Daten gegen den weiteren unbefugten Zugriff gesichert worden. Das Geschäftsmodell der kriminellen Gruppierung war, Organisationen mit der Veröffentlichung gehackter Daten zu drohen, sofern kein Lösegeld gezahlt wird. In einigen Fällen sei tatsächlich viel Geld geflossen.

Opfer per KI identifiziert

Drei Tatverdächtige seien festgenommen worden. Hauptbetreiber der seit 2024 aktiven Seite soll der 16-Jährige sein. Die Gruppe soll sensible Daten gestohlen und auf ihre Infrastruktur kopiert haben. In einigen Fällen soll die Gruppe »erhebliche Lösegeldzahlungen« für die Daten kassiert haben. Wurde nicht gezahlt, wurden die gestohlenen Dateien zum kostenlosen Download bereitgestellt.

Solche Fälle von Datendiebstahl und anschließender Erpressung sorgen regelmäßig für große Schäden. Zuletzt sorgte ein Hack bei der Berliner Stadtverwaltung für Aufsehen, mit dessen Folgen viele Bürgerinnen und Bürger zu kämpfen hatten. Lesen Sie dazu hier: Das muss ich tun, wenn meine Daten geleakt wurden .

Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Hamburg leiteten die Ermittlungen, auch Behörden aus acht anderen europäischen Staaten sowie aus den USA waren beteiligt. In Griechenland, Rumänien, Spanien und Großbritannien wurden den Hamburger Ermittlern zufolge insgesamt acht Objekte durchsucht. Dabei seien Server, Endgeräte, Datenbestände und Vermögenswerte sichergestellt worden.

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Die Gruppe habe unter anderem künstliche Intelligenz genutzt, um ihre sogenannte Ransomware-Infrastruktur aufzubauen, zu betreiben und potenzielle Opfer zu identifizieren. Die Ermittlungen liefen seit Anfang 2025.

»Nach der ›Operation Medusa‹ gegen sexualisierte Gewalt an sedierten Personen ist der internationale Schlag gegen die Gruppierung ›KillSec‹ bereits die zweite internationale Operation innerhalb weniger Monate, an der das Hamburger LKA maßgeblich beteiligt war«, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD). Die Operation sei auch ein Signal an alle, »die sich in der scheinbaren Anonymität des Internets in Sicherheit wiegen und schwerste Straftaten verüben«.

apr/AFP/dpa