SpOn 20.07.2026
16:21 Uhr

Irankrieg: Huthis verkünden Seeblockade gegen Saudi-Arabien


Gerade erst hat Iran neue Angriffe in der Straße von Hormus gemeldet. Nun erhöht die verbündete Huthi-Miliz ebenfalls den Druck – und will eine weitere wichtige Wasserstraße der Region blockieren.

Irankrieg: Huthis verkünden Seeblockade gegen Saudi-Arabien

Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Die Blockade »gegen den kriminellen saudi-arabischen Feind« basiere auf dem ‌Prinzip »Auge um Auge« und trete mit sofortiger Wirkung in Kraft. Sie sei eine Reaktion auf die seit fast zwölf Jahren andauernde »ungerechte und unterdrückende Belagerung unseres geliebten Volkes durch Saudi-Arabien«. Dabei würden die Ressourcen im Jemen geplündert sowie die Häfen und Flughäfen blockiert.

Bereits vergangene Woche hatten die Huthis Saudi-Arabien ​mit Angriffen auf Ölanlagen gedroht, sollte sich das Nachbarland an einer »umfassenden Aggression« gegen den Jemen beteiligen. Vermutet wird auch, dass sich die Huthi-Milizen auf Bitten Irans auf eine Sperrung des Seeweges für Öltransporte im Roten Meer vorbereiten.

Enge Verbündete Irans

Vor der Küste des Jemen liegt die Meerenge ‌Bab al-Mandab, der Zugang zum Roten Meer. Dieser ist für ​die internationale Schifffahrt ‌ähnlich wichtig wie der Persische Golf. Dort hat Iran die vor seiner Küste liegende Straße von Hormus gesperrt. Die Huthis hatten vergangene Woche Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert, nachdem sie das Königreich beschuldigt hatten, einen unter ihrer Kontrolle stehenden ‌Flughafen bombardiert zu haben. Damit endete eine vierjährige Waffenruhe zwischen den schiitischen Huthi-Milizen und dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien.

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Die Huthis hatten Ende 2014 den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten ‌Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt, dem sie Korruption ​und Misswirtschaft vorwarfen. 2015 schaltete ‌sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete eine Allianz sunnitischer ‌Länder gegen ​die Huthi-Milizen. Während der Kämpfe wurden Zehntausende Menschen getötet.

Die Wirtschaft des Jemen ist zusammengebrochen, große Teile der Bevölkerung ​leiden Hunger. Die Huthis kontrollieren Sanaa, während ⁠die international anerkannte Regierung, die von ​Saudi-Arabien ​und anderen Golfstaaten unterstützt wird, in Aden im Süden des Landes sitzt.

jpe/Reuters