SpOn 12.05.2026
15:29 Uhr

Japan: Iran-Krieg wirkt sich jetzt auch auf Chipstüten aus


Aus orange-gelb wird schwarz-weiß: Der japanische Chipshersteller Calbee muss seine Tüten verändern. Offenbar mangelt es an einem wichtigen Rohstoff.

Japan: Iran-Krieg wirkt sich jetzt auch auf Chipstüten aus

Der Irankrieg hat nicht nur Einfluss auf die Benzinpreise an Tankstellen, jetzt verändert er auch die Farbenspiele in Supermarktregalen. Japans führender Chips-Produzent Calbee stellt wegen Rohstoffmangels infolge des Kriegs das Design zahlreicher Verpackungen um: Seine orange-gelben Tüten für Kartoffelchips mit Seetang-Geschmack oder Sojasoßen-Butter-Geschmack sowie weitere Produkte gibt es ab Ende Mai vermutlich nur noch in Grau.

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In einer Pressemitteilung teilt Calbee mit, das Unternehmen werde seine »Verpackungsspezifikationen überarbeiten« und nur noch »zwei Farben« verwenden. Gezeigt wurden Fotos von grauen Verpackungen. Grund seien »Versorgungsunsicherheiten bei bestimmten Rohstoffen infolge der eskalierenden Spannungen in Nahost«, erklärt Calbee ohne weitere Details.

Japanischen Medien zufolge stockt der Nachschub des Unternehmens an Druckfarben, was wiederum am Mangel an Naphta liegt, also Leichtbenzin. Naphta ist ein wichtiger Rohstoff für zahlreiche Industriezweige, etwa für die Herstellung von Kraftstoffen, Kunststoffen oder Lösungsmitteln. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi hatte kürzlich eigentlich erklärt, das Land habe genug chemische Produkte auf der Basis von Naphta bis Ende des Jahres.

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Iran hat nach Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar de facto die Straße von Hormus gesperrt. Durch die Meerenge wird normalerweise ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls transportiert. Japan und weitere asiatische Länder sind besonders abhängig von Öl aus der Golfregion. Die Preise für den Rohstoff sind infolge des Kriegs stark gestiegen.

Auch der japanische Nahrungsmittelhersteller Itoham Yonekyu Holdings teilt auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, er werde möglicherweise künftig »andere Sorten« von Druckerfarben für einige Produkte verwenden oder schwarz-weiße Verpackungen wählen. Auch Itoham Yonekyu verweist auf Nachschubprobleme infolge des Irankriegs.

ptz/AFP