Die militärische Auseinandersetzung zwischen der jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien wird offenbar mit neuer Intensität geführt.
Die Huthis starteten dabei nach eigenen Angaben eine Angriffswelle mit Drohnen und Raketen, bei denen der internationale Flughafen Abha im Süden Saudi-Arabiens und der Luftwaffenstützpunkt King Chalid im Südwesten getroffen worden sein sollen. Auch seien Anlagen des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco in Abha und Dschisan attackiert worden, teilte ein Huthi-Sprecher mit.
Die Huthis veröffentlichten zudem Luftaufnahmen, die brennende Lastwagen auf saudi-arabischer Seite des Grenzübergangs Al-Wadiah zeigen sollen.
Ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, die im Jemen gegen die Huthis vorgeht, teilte mit, bei den Huthi-Angriffen auf »zivile und wirtschaftliche Anlagen« seien 73 Menschen verletzt worden. Nähere Angaben zum Ausmaß der Schäden machte der Sprecher nicht.
Saudi-Arabien reagiert offenbar mit Luftangriffen
Er kündigte jedoch Gegenmaßnahmen an. Das Militärbündnis werde »alle erforderlichen operativen Maßnahmen ergreifen, um die terroristische Huthi-Miliz mit größter Entschlossenheit abzuschrecken.«
Ein Teil der militärischen Antwort war womöglich bereits am Montagnachmittag (Ortszeit) erfolgt. Die Huthis berichteten über saudi-arabische Luftangriffe im Gouvernement Al-Dschauf im Nordwesten des Jemen. Dabei sollen nach Angaben der von den Huthis kontrollierten Gesundheitsbehörde 14 Menschen getötet oder verletzt worden sein.
Auch ein Gefängnis wurde laut den Huthis getroffen. Mehrere Häftlinge seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Weitere Personen sollen sich noch unter den Trümmern befinden. Demnach waren zum Zeitpunkt des Angriffs 35 Häftlinge in dem Gefängnis. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben beider Seiten nicht.
Huthis wollen Kontrolle am Bab al-Mandab ausweiten
Die Huthis sind mit Iran verbündet. Sie kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie Gebiete an der Grenze zu den saudi-arabischen Provinzen am Roten Meer.
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Die islamistische Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und griff seither nach eigenen Angaben Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an. Die Miliz zog den Jemen damit in den Irankrieg hinein.
Derzeit versuchen die Huthis, Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer einzunehmen. Bei tagelangen Kämpfen nahe der Küste des Roten Meers wurden mehr als 300 Menschen getötet und Hunderte Familien in die Flucht getrieben, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition, der unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Ägypten angehören, unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen, die inzwischen aus der Stadt Aden heraus operiert.
Seit Beginn des Bürgerkriegs im Jemen im Jahr 2014 sind nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mindestens 150.000 Menschen getötet worden. Phasenweise stand das Land zudem am Rande einer Hungersnot.
