SpOn 09.09.2026
07:43 Uhr

Jemen: Huthis eskalieren Krieg gegen Saudi-Arabien, Uno warnt


Sie sind einst als »Flip-Flop-Gotteskrieger« verspottet worden: Die von Iran protegierten Huthis attackieren Saudi-Arabien massiv, auch im Jemen selbst kommt es zu schweren Gefechten. Es gibt wohl Hunderte Tote. Die Uno warnt.

Jemen: Huthis eskalieren Krieg gegen Saudi-Arabien, Uno warnt

Nach Angriffen der Huthi-Miliz im Jemen auf das benachbarte Saudi-Arabien haben die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz zur Deeskalation aufgerufen. Uno-Generalsekretär António Guterres verurteilte »die grenzüberschreitenden Angriffe der Huthis auf mehrere Ziele im Süden Saudi-Arabiens«, wie dessen Sprecher in New York mitteilte. »Diese Angriffe trafen Zivilisten und die Energieinfrastruktur, und wir sind natürlich zutiefst besorgt angesichts der Berichte über zivile Opfer«, fügte er hinzu.

Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric, forderte »umgehende Maßnahmen«, um die Kämpfe zwischen den Huthi-Kämpfern im Jemen und Saudi-Arabien zu deeskalieren. Eine Fortsetzung der Kämpfe könne »die ohnehin schon verheerende humanitäre Lage, mit der Millionen Menschen in der Region konfrontiert sind, weiter verschlimmern«.

Zuvor waren bei nächtlichen Angriffen der Huthi-Miliz auf Ölanlagen im Süden des Königreichs Saudi-Arabien mehr als 70 Menschen verletzt worden. Riad gab am Dienstag kurzzeitig Warnungen für drei an den Jemen grenzende Gebiete heraus. Der Zivilschutz warnte vor »potenziellen Gefahren« in den Provinzen Nadschran und Dschasan und in der Stadt Abha. Die Huthis meldeten saudi-arabische Gegenangriffe.

Mehr zum Thema

Die von Iran unterstützte Huthi-Bewegung hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und greift seither nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an. Im Jemen selbst ist der bewaffnete Konflikt zwischen der Huthi-Miliz und den Regierungstruppen wieder aufgeflammt.

Bei den Kämpfen der vergangenen Tage wurden mehr als 500 Menschen getötet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis von Quellen beider Seiten am Dienstag ergab. Mindestens 216 Angehörige der Regierungstruppen sowie 278 Huthi-Kämpfer wurden getötet. Zudem wurden mindestens 29 Zivilisten getötet.

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit einer von der Uno vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 kamen die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthis weitgehend zum Erliegen. Nach den jüngsten Gefechten ist diese faktische Feuerpause praktisch hinfällig.

dop/AFP