US-Präsident Donald Trump hatte Jerome Powell, damals Chef der US-Notenbank, wiederholt wegen der hohen Kosten der Fed-Renovierung kritisiert. Nun hat ein Prüfbericht die Verantwortlichen teilweise entlastet.
Bei der Überprüfung des Bauvorhabens seien keine Belege für Verstöße gegen Bundesrecht gefunden worden, schrieb der Generalinspekteur der Fed in seinem Prüfbericht. Auch gebe es keine Anhaltspunkte für administratives Fehlverhalten.
Die Renovierung der Fed, der größten Notenbank der Welt, hatte zuvor für Streit zwischen Powell und Trump gesorgt. Der US-Präsident kritisierte Powell für ausufernde Kosten und warf immer wieder überhöhte Zahlen in den Raum. Trump nutzte die Baukosten auch als Grund, die Entlassung Powells zu fordern, mit dessen Geldpolitik Trump nicht einverstanden war. Das schürte Sorgen um die Unabhängigkeit der Notenbank.
Justizministerium ermittelt
Im vergangenen Januar nahm das US-Justizministerium Ermittlungen gegen Powell auf. Sie standen im Zusammenhang mit seiner Rede vor dem Kongress, in der es auch um den Umbau ging. Die Ermittlungen endeten im April ohne Ergebnis.
Allerdings stellte der Bericht auch Mängel bei der Aufsicht des Bauvorhabens fest. Die geplanten Baukosten waren 2020 mit 921 Millionen Dollar veranschlagt worden – und hatten sich auf rund 2,1 Milliarden Dollar Anfang dieses Jahres mehr als verdoppelt. Der Generalinspekteur kritisiert unter anderem, die Fed habe nicht rechtzeitig einen Kostenvoranschlag eingeholt und zudem keine Kostenobergrenze kommuniziert.
Trump wertete den Bericht als Bestätigung für seine Anschuldigungen. Justizminister Todd Blanche werde angesichts der überhöhten Kosten mögliche Schritte prüfen, teilte Trump auf der Plattform Truth Social mit. »Das ist Jerome Powells Schuld, und er sollte UNVERZÜGLICH zum Rücktritt gezwungen werden.« Powells Amtszeit als Chef der US-Notenbank endete planmäßig im Mai. Dem Fed-Vorstand gehört er weiter an.
