SpOn 07.10.2026
16:08 Uhr

Kahla: Porzellanhersteller muss Betrieb Ende des Jahres einstellen


In Thüringen produziert die Manufaktur Kahla seit 1844 Porzellan. Ende des Jahres ist damit Schluss. Der insolvente Hersteller hat keinen Investor gefunden.

Kahla: Porzellanhersteller muss Betrieb Ende des Jahres einstellen

Die insolvente Porzellanmanufaktur in Kahla stellt nach Angaben des Insolvenzverwalters zum Jahresende ihren Geschäftsbetrieb ein. Trotz monatelanger Gespräche mit potenziellen Investoren sei keine tragfähige Übernahmelösung gefunden worden, teilte Verwalter Rolf Rombach mit. »Als Team haben wir bis zuletzt um den Erhalt von Kahla Porzellan gekämpft. Leider besteht jedoch keine Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen.«

Derzeit seien knapp 100 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt. Die produzierte Ware soll Rombach zufolge im Werksverkauf sowie über den Onlinehandel noch in den ersten Monaten 2027 verkauft werden.

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In Kahla südlich von Jena wurde seit mehr als 170 Jahren industriell Porzellan hergestellt. Zu DDR-Zeiten war die Stadt Sitz des VEB Feinkeramik, zu dem 17 Betriebe mit rund 18.000 Beschäftigten gehörten. Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen privatisiert, ging jedoch pleite. 1994 wurde die Kahla/Thüringen Porzellan GmbH neu gegründet. Heute ist vor allem die Produktlinie »Blau Saks« mit dem blauen Strohblumenmuster in vielen deutschen Haushalten zu finden.

Die traditionsreiche Porzellanmanufaktur hatte im März wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Es begründete den Schritt mit einer schwachen Auftragslage, Kaufzurückhaltung im Gastronomiebereich und hohen Energiekosten. Bereits 2020 hatte es Insolvenz angemeldet.

Seit März hätten zahlreiche Gespräche mit potenziellen Investoren stattgefunden, teilte Rombach mit. Zuletzt habe es intensive Verhandlungen mit einem türkischen Investor gegeben. Da diese ohne Ergebnis geblieben seien, sehe er keine Möglichkeit mehr, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.

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Auch das Land Thüringen sei frühzeitig in die Suche nach Lösungen einbezogen worden. Das Wirtschaftsministerium sowie die Staatskanzlei seien fortlaufend über den Stand informiert worden.

Der Betrieb werde bis zum Jahresende geordnet auslaufen. Ziel sei es, bestehende Aufträge abzuarbeiten und das Unternehmen entsprechend seiner Bedeutung zu verabschieden.

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luc/dpa