SpOn 28.09.2026
20:17 Uhr

Kimberly Guilfoyle: US-Botschafterin in Griechenland soll Sturz von rumänischer Regierung angekündigt haben


»Wir können das in jedem Land machen«: Bei einem Treffen mit einem griechischen Minister soll US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle über ein bevorstehendes Ende der rumänischen Regierung gesprochen haben. Das kam wenig später.

Kimberly Guilfoyle: US-Botschafterin in Griechenland soll Sturz von rumänischer Regierung angekündigt haben

Die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, soll in einem Gespräch mit einem griechischen Regierungsmitglied angedeutet haben, ihr Land könne an einem bevorstehenden Aus der rumänischen Regierung beteiligt sein. Das berichtet das über Vorgänge innerhalb der US-Regierung gewöhnlich gut unterrichtete »Wall Street Journal« unter Berufung auf eine anwesende Person .

Die Zeitung berichtet, die Ex-Verlobte von Donald Trump Jr und Ex-Frau von Kaliforniens heutigem Gouverneur Gavin Newsom habe sich im März dieses Jahres mit dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou zu einem Abendessen getroffen.

Im Vorfeld des Gesprächs seien Beamte der Regierung in Athen erfreut über die Aufmerksamkeit aus Washington gewesen, doch dem Bericht zufolge gab Guilfoyle im Verlauf des Gesprächs einen kuriosen Kommentar ab. So habe sie mit Blick auf einen möglichen Zusammenbruch der rumänischen Regierung gesagt: »Wir können das in jedem Land machen, in dem wir wollen. Wir können das auch hier.« Papastavrou soll daraufhin geantwortet haben, dass die USA eine demokratisch gewählte Regierung nicht einfach stürzen könnten. Guilfoyle widersprach über ihren Anwalt der Darstellung der Ereignisse des »Wall Street Journal«.

Flüssiggas im Zentrum

Den Angaben zufolge bereiste Guilfoyle Anfang des Jahres mehrere südosteuropäische Länder, um für den Ankauf amerikanischen Flüssiggases (LNG) zu werben. Der griechische Lobbyist Christos Marafatsos habe sie dabei begleitet.

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Wenige Wochen nach dem angeblichen Gespräch mit Energieminister Stavros Papastavrou zerbrach die rumänische Regierungskoalition tatsächlich: Der proeuropäische Premier Ilie Bolojan stürzte am 5. Mai über ein Misstrauensvotum, das unter anderem die bis kurz vorher mitregierenden Sozialdemokraten (PSD) eingebracht hatten. Rumänische Medien berichten nun über ein Video, das den PSD-Chef Sorin Grindeanu  bei einem Treffen am 31. März mit Guilfoyle zeigen soll. Zuvor soll Bolojan sich geweigert haben, Flüssiggas aus den USA für einen überteuerten Preis zu kaufen.

Grindeanu bestritt, mit der US-Diplomatin über Gaslieferverträge gesprochen zu haben, bestätigte ein Treffen aber implizit. »Es ist nicht meine Aufgabe, Verträge abzuschließen, und ich habe das auch nicht angesprochen«, zitiert ihn die Tageszeitung »Adevarul« . Auch hätten die Vereinigten Staaten keine Absetzung Bolojans gefordert.

sol