SpOn 11.09.2026
08:58 Uhr

Krieg im Nahen Osten: Ölpreis steigt zeitweise auf knapp 110 Dollar


Die Angriffe rund um die Straße von Hormus dauern an. Das schlägt sich im Preis für Öl und Sprit nieder: Ein Barrel kostete in der Nacht fast 110 Dollar.

Krieg im Nahen Osten: Ölpreis steigt zeitweise auf knapp 110 Dollar

Die Ölpreise sind in der Nacht zum Freitag deutlich gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee erreichte zwischenzeitlich fast 110 US-Dollar.

Ursache sind verschärfte Kämpfe im Nahen Osten. Unter anderem gab es neue Angriffe auf Schifffahrtsrouten in der Region, etwa in der Straße von Hormus. Im frühen Handel stagnierten die Preise dann. Zuletzt kostete Brent-Öl 107,40 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Das bisherige Kriegshoch von mehr als 126 US-Dollar je Barrel war im April erreicht worden.

Auch die Preise für europäisches Erdgas und die Frachtraten für Öltanker stiegen stark. Raffinerieprodukte wie Diesel verteuerten sich noch mehr, verstärkt durch die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. In den USA erreichte der durchschnittliche Preis für eine Gallone (3,785 Liter) Diesel nach Angaben des Analyseportals GasBuddy erstmals die Marke von sechs US-Dollar.

Linke fordert Übergewinnsteuer

In Deutschland verlangt die Linke von der Bundesregierung Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise. »Wer jetzt nicht handelt, macht seinen Job nicht richtig und sollte sich überlegen, ob er der Richtige in seinem Amt ist«, sagte Parteichef Luigi Pantisano der Nachrichtenagentur dpa. »Statt über die Übergewinnsteuer zu reden, sollte man sie endlich einsetzen.« Langfristig brauche es einen Margendeckel und eine öffentliche Preiskontrolle, »damit Unternehmen sich nicht zusätzlich an der Krise der Bevölkerung bereichern«. Ein über den Bundeshaushalt finanzierter Tankrabatt war nach zwei Monaten Ende Juni ausgelaufen.

Beobachtern zufolge wird es noch dauern, bis sich die Energieflüsse aus dem Nahen Osten normalisieren. »Marktteilnehmer scheinen ihre Erwartungen an Schwere und Dauer des Kriegs in Iran nach oben zu korrigieren«, sagte der Rohstoffökonom Hamad Hussain.

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In der Straße von Hormus waren zuletzt zwei Schiffe angegriffen worden. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe beobachtet, wie »vier unbekannte Geschosse« eingeschlagen seien, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit.

Zudem gab es Gefechte zwischen jemenitischen Huthi-Milizen und von Saudi-Arabien unterstützten Kräften. Die Huthis haben nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemen eingenommen. Die von Iran unterstützte Miliz kontrolliert damit einen wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres – einer alternativen Route für den Ölexport aus Saudi-Arabien.

esw/dpa