SpOn 13.03.2026
07:21 Uhr

Kuba will 51 Gefangene freilassen – Vermittlung durch den Vatikan


Die USA wollen einen Regimewechsel in Kuba und erhöhen den Druck. Nun lässt das Land Dutzende Häftlinge frei. Eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung spielte offenbar der Heilige Stuhl – nicht zum ersten Mal.

Kuba will 51 Gefangene freilassen – Vermittlung durch den Vatikan

Kuba will in den kommenden Tagen 51 Häftlinge aus dem Gefängnis entlassen. Mit der Freilassung reagiert die Regierung in Havanna offenbar auf den zunehmenden US-amerikanischen Druck. Die USA haben Kuba mit strikten Sanktionen überzogen, die Wirtschaft des Inselstaats liegt am Boden, eine Treibstoff- und Versorgungskrise lähmt das Land.

Die Freilassung der Gefangenen erfolgt offenbar nach Vermittlung des Vatikans. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez hatte sich vor zwei Wochen mit Papst Leo im Vatikan getroffen.

»Im Geiste des guten Willens und der engen und reibungslosen Beziehungen zwischen dem kubanischen Staat und dem Vatikan« habe man beschlossen, in den kommenden Tagen 51 zu Haftstrafen verurteilte Personen freizulassen«, erklärte das Außenministerium in einer Stellungnahme.

Alle betroffenen Gefangenen hätten bereits einen signifikanten Teil ihrer Strafen verbüßt und in Haft gute Führung gezeigt. Unklar war zunächst, ob sich darunter auch politische Gefangene befinden. Diese »souveräne Entscheidung« sei eine übliche Praxis in Kuba und werde diesmal vor der Karwoche getroffen. Einen Bezug zu den Spannungen mit Washington stellte Havanna nicht her.

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Tatsächlich hatte Kuba laut der Nachrichtenagentur Reuters bereits im März 2025 rund 550 Gefangene freigelassen, auch damals war demnach der Vatikan an der Vermittlung beteiligt.

Laut kubanischen Regierungsangaben wurden seit 2010 fast 10.000 Inhaftierte begnadigt und in den zurückliegenden drei Jahren weitere 10.000 vorzeitig entlassen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass die kommunistische Führung Hunderte Menschen aus politischen Gründen gefangen hält.

Vertreter der USA und Kubas reisten nach Rom

Die USA fordern immer wieder die Freilassung von Häftlingen und hatten zuletzt den Druck auf Kuba erhöht, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen zuzustimmen. Am Freitag will sich der kubanische Präsident Díaz-Canel in einer Pressekonferenz zu nationalen und internationalen Themen äußern.

Spekulationen über die mögliche Vermittlerrolle des Heiligen Stuhls gab es bereits seit Wochen. Ende Februar hatten sowohl der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez als auch der US-Geschäftsträger in Havanna, Mike Hammer, Rom besucht. Am Montag sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin laut dem Nachrichtenportal des Vatikans, dass sich der Heilige Stuhl um »eine dialogorientierte Lösung der bestehenden Probleme« auf Kuba bemühe.

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt. Unter Trump übt Washington nun erhöhten Druck aus. Die US-Regierung will den Zufluss von Devisen und Öl, von dem die kommunistische Regierung profitieren soll, grundsätzlich stoppen. Aktuell steckt Kuba in einer seiner schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von Fidel Castro 1959.

Trump hat insbesondere seinen Außenminister Marco Rubio auf das Land angesetzt. »Er verhandelt und es könnte eine freundliche Übernahme werden – oder eben nicht. Ist aber auch egal, denn die (Kubaner, d. Red.) sind eh am Ende. Die haben keine Energie und kein Geld mehr«, so Trump.

Nachts gleicht Havanna einer Geisterstadt, die Bodegas sind leer, die Tankstellen geschlossen. Die Uno warnt vor einer humanitären Katastrophe. Eine Reportage über die Zustände auf der Insel lesen Sie hier. 

fek/dpa/Reuters/AP