SpOn 17.09.2026
15:23 Uhr

Malaria nahe Frankfurter Flughafen – Anwohner nach Infektion gestorben


Zwei Mitarbeiter des Flughafens Frankfurt sind im Sommer nach einer Malariainfektion gestorben, vor Kurzem erkrankten auch Menschen, die in der Gegend wohnen. Nun gibt es einen weiteren Todesfall.

Malaria nahe Frankfurter Flughafen – Anwohner nach Infektion gestorben

Eine in Frankfurt am Main an Malaria erkrankte Person ist nach Angaben der Stadt gestorben. Die Person hat im Stadtteil Schwanheim gewohnt, der nahe am Flughafen liegt. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der im Juli bekannt gewordenen Flughafenmalaria stieg damit auf drei.

Im Sommer hatten sich sechs Mitarbeiter des Flughafen-Betreibers Fraport mit der Krankheit infiziert, zwei starben. Ursache der Infektionen sollen importierte Mücken sein. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch zwei Bewohner, die in Schwanheim leben, erkrankt sind.

Patienten hatten kein Malaria-Gebiet bereist

Das Gesundheitsamt der Stadt und die Universitätsmedizin Frankfurt sprachen den Angehörigen des neu verstorbenen Patienten ihr Mitgefühl aus. Die beiden neu betroffenen Personen infizierten sich nach Einschätzung des Gesundheitsamts über eine Mücke, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Sie hatten beide zuvor kein Malaria-Gebiet bereist und nicht am Flughafen gearbeitet, hieß es.

Seit Anfang der Woche seien dem Gesundheitsamt keine weiteren Malariafälle gemeldet worden. Die Behörde bat Ärztinnen und Ärzte erneut, bei Patientinnen und Patienten mit unklarem Fieber auch dann eine mögliche Malariaerkrankung in Betracht zu ziehen, wenn keine Reise in ein Malaria-Gebiet stattgefunden hat. »Dies gilt insbesondere für Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umfeld arbeiten, sich dort aufhalten oder in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen«, erklärte das Amt.

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Bürgerinnen und Bürger, die in der Nähe des Flughafens wohnen oder dort arbeiten, wurden gebeten, bei entsprechenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen und auf den Wohnort im Umfeld des Flughafens hinzuweisen.

Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Sie sei bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung gut und vollständig behandelbar, heißt es.

Das Frankfurter Gesundheitsamt hat für Bürgerinnen und Bürger eine Hotline eingerichtet. Diese ist telefonisch unter 069/212-30030 zu erreichen. Auch Klinikpersonal in Frankfurt soll darauf hingewiesen werden, bei Patienten und Patientinnen eine mögliche Flughafenmalaria zu bedenken.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt, die »sehr seltene« Flughafenmalaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.

Wie groß das Risiko einer Malariaausbreitung in Deutschland ist, lesen Sie hier.

cop/svs/dpa/AFP