In Schweden hat die linke Opposition die Parlamentswahl vom Sonntag knapp gewonnen. Das Lager um Oppositionsführerin Magdalena Andersson von den Sozialdemokraten sicherte sich 176 der 349 Sitze im Parlament, wie die schwedische Wahlbehörde am Donnerstag nach Auszählung aller Stimmen mitteilte. Der regierende rechtsgerichtete Block, zu dem auch die rechtspopulistischen Schwedendemokraten gehören, kam auf 173 Mandate. Das Ergebnis muss in den kommenden Tagen noch formell bestätigt werden. Damit ist der Weg für einen Regierungswechsel geebnet. Der amtierende Ministerpräsident Ulf Kristersson hat bereits seinen Rücktritt bekannt gegeben. Andersson amtierte bereits einmal als Ministerpräsidentin, von November 2021 bis Oktober war sie die erste Frau, die dieses Amt in Schweden bekleidete – ehe Kristersson die Wahl im Oktober 2022 gewann.
Ende des Rechtsrucks in Schweden
Der Erfolg des Oppositionsbündnisses beendet den Rechtsruck der vergangenen vier Jahre, in denen Schweden seine zuvor liberale Migrationspolitik deutlich verschärft hatte. »Wenn sich dieses Ergebnis bestätigt, wird Schweden eine neue Regierung bekommen«, hatte Andersson am Sonntagabend vor Anhängern erklärt. Die Regierungsbildung dürfte sich jedoch schwierig gestalten. Parlamentspräsident Andreas Norlen hatte im schwedischen Fernsehen erklärt, dies könne ein komplizierter Prozess werden. Zwar dürfte Andersson die Regierung anführen, die genaue Zusammensetzung der Koalition ist jedoch unklar. So lehnt die Zentrumspartei eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ab, während diese auf einer Regierungsbeteiligung beharrt.
In der Wirtschaftspolitik strebt Andersson höhere Ausgaben für den Sozialstaat an. Während Grüne und Linke zudem eine stärkere Besteuerung von Vermögen fordern, lehnt die Zentrumspartei dies ab. In der Migrationspolitik will Andersson ungeachtet der Forderungen ihrer potenziellen Partner an dem restriktiven Kurs festhalten. An der prowestlichen und proukrainischen Ausrichtung des Landes dürfte sich durch die Wahl dagegen nichts ändern.
