Die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau haben am Sonntagabend den Flugbetrieb wegen einfliegender ukrainischer Drohnen vorübergehend eingestellt. Auf den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden alle Landungen und Starts für kurze Zeit abgesagt, berichtete die Staatsagentur Tass. Mindestens 25 anfliegende Maschinen wurden in dieser Zeit auf andere Flugplätze umgeleitet. Der Alarm wurde am späten Abend an allen Airports aufgehoben.
Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurden mindestens 23 ukrainische Drohnen auf ihrem Weg in die russische Metropole noch vor den Stadtgrenzen abgeschossen. Er machte jedoch keine Angaben dazu, ob Drohnen die Flugabwehr überwunden oder Schäden angerichtet hatten.
Der Flugbetrieb wurde am Abend auch in anderen Städten Russlands durch einfliegende Drohnen gestört. Unter anderem kam es in Kostroma und Jaroslawl nordöstlich von Moskau zum kurzfristigen Stopp aller Starts und Landungen. Die Ziele der ukrainischen Drohnen waren nicht bekannt.
Ein Toter im Grenzgebiet
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod war laut den örtlichen Behörden ein Mensch ums Leben gekommen. Die Drohne habe ein Auto auf einer Straße nahe der Grenze getroffen, teilt die regionale Einsatzzentrale mit. Zudem wurde im von Russland kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk nach Angaben der dortigen prorussischen Verwaltung eine weitere Person bei einem ukrainischen Angriff getötet.
Die Ukraine greift seit Monaten verstärkt Rüstungsbetriebe und Raffinerieanlagen tief in Russland an, um die Kriegsmaschinerie Moskaus zu schwächen. Erst vergangene Woche sollen ukrainische Drohnen gar mehr als 2500 Kilometer nach Sibirien geflogen sein, um dort die größte Raffinerie Russlands ins Visier zu nehmen. Mehr über den ukrainischen Drohnenkrieg gegen Russland lesen Sie hier .
