SpOn 18.08.2026
05:39 Uhr

News: Dürre und Gemüsepreise, Schutz vor Drohnen, Deutschlands Top-Rating wackelt


Die Dürre setzt der Ernte zu. Deutschland will besser bei der Drohnenabwehr werden. Ökonomen warnen vor zu hohen Schulden. Das ist die Lage am Dienstagmorgen.

News: Dürre und Gemüsepreise, Schutz vor Drohnen, Deutschlands Top-Rating wackelt
Dieses Audio ist derzeit nicht verfügbar.
Podcast Cover

Mehr Ehrgeiz bei der Drohnenabwehr

Es war ein beherzter Busfahrer, der die Beinahekatastrophe von Leipzig wohl verhindert hat: ein Mann, der kurz vor Mitternacht ein verdächtig aussehendes Fluggerät entdeckte und mit seinem Schuh offenbar auf den Beton drückte (mehr hier ). So sieht effektive Drohnenabwehr im Sommer 2026 in Deutschland aus.

Dass die Nation Nachholbedarf hat, ist lange bekannt. Der versuchte Anschlag mit einer fliegenden Bombe in Leipzig hat Anfang August noch einmal gezeigt, wie verwundbar die deutsche Infrastruktur ist, wenn es ein Angreifer ernst meint. Auch zuvor hatte es immer wieder kritische Situationen mit den kleinen Fluggeräten gegeben. Künftig sollte der Staat einiges besser machen.

Innenminister Dobrindt nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen

Innenminister Dobrindt nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Heute reist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach Sachsen-Anhalt. In Cochstedt will er gemeinsam mit seiner Parteikollegin und Forschungsministerin Dorothee Bär ein sogenanntes Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnen. Die bundesweit einmalige Einrichtung soll Drohnentechnik erforschen und Möglichkeiten entwickeln, feindliche Fluggeräte abzuwehren. Denkbar ist das heute beispielsweise mit Störsendern, Flugnetzen, Sprengdrohnen oder Lasersystemen.

»Für Dobrindt geht es dabei auch um seine Bilanz als Innenminister«, sagt mein Kollege Andreas Niesmann aus dem Hauptstadtbüro, der bei der Eröffnung dabei sein wird. »Bislang hat es Dobrindt nicht geschafft, das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen.«


Kampf gegen den Staub

In diesem Sommer kämpfen Landwirte mit dem allgegenwärtigen Staub. Er zieht in die Arbeitskleidung, legt sich über Nutzfahrzeuge, schwebt bei der Ernte über den Feldern. Und wo es in diesen Tagen mal regnet, da sickert das Wasser nur langsam in die Böden ein.

Weizenernte in Sachsen-Anhalt

Weizenernte in Sachsen-Anhalt

Foto: Peter Gercke / dpa

Die wochenlange Dürre hat die Freilandfelder in Deutschland ausgetrocknet. Wer im Gewächshaus Gurken oder Paprika zog, war kaum besser dran. Die Hitze schmälert den Ertrag bei vielen Pflanzen – und sie macht den Anbau teurer. Der Deutsche Bauernverband stellt an diesem Dienstag seine vorläufige Erntebilanz vor. Schon vor Tagen hatte er vor einem »totalen Ernteausfall« in einigen Regionen Deutschlands gewarnt (mehr hier).

Die politische Debatte, so viel ist absehbar, wird sich bald darum drehen, ob der Staat den Landwirten helfen muss. Aber auch die Verbraucher stellen sich Fragen: Wird das Brot teurer? Könnten Salat und Möhren knapp werden? Mein Kollege Alexander Preker aus dem Wirtschaftsressort hat Antworten gesucht. Entwarnung kann er für die Gemüsetheke nicht geben.


»Kind, bist du verrückt geworden?«

Es gibt Berufswünsche, die sind in manchen Elternhäusern etwas, nun ja, erklärungsbedürftig. Jill Naumann hat das erlebt. Die Kundenberaterin verkauft Dildos, Peitschen und Glitzerkleider – in einem Erotikshop auf der Hamburger Reeperbahn. Früher arbeitete sie als Bankkauffrau. Ein Job, der sie nicht erfüllte. »Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, das mein Leben lang zu machen. Als ich gekündigt habe, um hier anzufangen, kam das bei meiner Familie überhaupt nicht gut an. Die fragten: ›Kind, was tust du, bist du verrückt geworden?‹«, so erzählt es Naumann im Interview mit meinem Kollegen Michael Brächer.

Kundenberaterin Naumann

Kundenberaterin Naumann

Foto: Jenny Bewer / DER SPIEGEL

Kann die Berufswahl verlegen machen? Gibt es in einer Zeit, in der Erotik im Netz so frei verfügbar ist wie nie zuvor, noch so etwas wie Schamgefühle an der Erotikshopkasse? In einer Serie lotet das Wirtschaftsressort aus, welche Rolle Emotionen im Wirtschaftsleben spielen. Auf die Folgen zu Gier, Neid, Wut und Stolz folgt in dieser Woche: die Scham.


Lesen Sie hier den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel


Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz

Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games.


Verlierer des Tages…

Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil

Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil

Foto: Chris Emil Janßen / IMAGO

...ist SPD-Chef Lars Klingbeil. Der Sozialdemokrat gibt heute dem Fernsehsender Sat.1 ein Sommerinterview. In normalen Zeiten handelt es sich um dankbare Formate, bei denen sich auch hölzerne Politiker zur besten Sendezeit als sensible Vordenker präsentieren können. Nur ist derzeit nichts normal in der SPD.

Die Umfragewerte sind bundesweit mau, bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte die Partei am Einzug in den Landtag scheitern. Mancher Genosse sähe längst lieber Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an der Parteispitze als das Tandem aus Klingbeil und Bärbel Bas (mehr dazu hier).

Und dann wäre da noch ein Problem, dem sich Klingbeil als Finanzminister stellen muss: Weil die Sonderprogramme für Rüstung und Infrastruktur Deutschlands Schulden wachsen lassen, fürchten erste Ökonomen, die Bundesrepublik könnte ihr Toprating verlieren.


Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Ukraine soll britische Drohnen eingesetzt haben – Russland reagiert empört: Die ukrainische Armee hat offenbar erstmals mit britischen Drohnen Ziele tief in Russland attackiert. Moskau schickt wüste Drohungen gen London. Und: Eine mutmaßlich russische Drohne zerschellt in der Republik Moldau. Der Überblick.

  • »Rest in Power« – Tausende Menschen gedenken bei Mahnwache Jason Ardays: In London haben sich Tausende Menschen versammelt, um an den toten Ex-Cambridge-Professor zu erinnern. Seine Familie verurteilte die »öffentliche Grausamkeit«, eine schwarze Abgeordnete kritisierte eine »Kampagne gegen uns alle«.

  • Anklage hält Eröffnungsplädoyer im Tupac-Prozess: Vor 30 Jahren wurde Rapper Tupac Shakur getötet, die Hintergründe sind bis heute unklar. Nun startete die Verhandlung im Mordprozess gegen Duane Davis mit einem eindringlichen Plädoyer der Anklage.


Heute bei SPIEGEL Extra: So wird Ihr Hund zum Fitness-Booster

Foto:

Chalabala / IMAGO

Ob bei Regen, Hitze oder Sturm: Hundehalter müssen immer raus, damit ihr Tier bei Laune bleibt. Wie das die Gesundheit fördert und welche Rassen zum Außenborder für lange Läufe taugen, erklärt Forscher Ingo Froböse .

Ich wünsche Ihnen einen prächtigen Start in den Tag.

Ihre Cornelia Schmergal, Ressortleiterin Wirtschaft