Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad empfehlen Nordkoreas Staatsmedien Hundefleischsuppe und Ginsengbrühe als Hausmittel gegen die Hitze: Ein von der staatlichen Zeitung »Rodong Sinmun« zitierter Arzt sagte, Hundefleischsuppe sei »vorteilhaft« für die Nährstoffversorgung. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA empfahl zudem eine traditionelle Samgyetang-Suppe, die mit Hühnchen und kräftigendem Ginseng zubereitet wird.
KCNA pries vor allem die »unvergleichliche medizinische Wirkung« von Ginseng aus der Grenzstadt Kaesong und führte dies auf die »besondere Boden- und Wasserqualität sowie die einzigartige Anbaumethode« der Region zurück. »Das koreanische Volk betrachtet es als gesundheitsfördernden Brauch, in der heißesten Zeit des Sommers heiße Speisen zuzubereiten«, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur in Diktaturprosa.
Solche Empfehlungen stehen im Gegensatz zu Traditionen in anderen Teilen Asiens. Dort zählt Wintermelonensuppe zu den bevorzugten Sommergerichten. Hundefleisch galt früher auch in Südkorea als sommerliche Delikatesse. Im Februar kommenden Jahres tritt in dem Land ein Hundefleischverbot in Kraft.
Drei Tage mit neuen Temperaturrekorden
Die koreanische Halbinsel ächzt derzeit unter einem heißen Sommer. In der vergangenen Woche wurden an drei Tagen neue Temperaturrekorde gemessen, die am Sonntag mit 42,5 Grad ihren Höhepunkt erreichten.
Experten zufolge ist das international isolierte Land schlecht für Hitzewellen gerüstet. Mehr als 40 Prozent der 26 Millionen Einwohner Nordkoreas leiden dem Welternährungsprogramm zufolge an Unterernährung und haben Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung.
Südkorea und Japan melden neuen nordkoreanischen Raketentest
Ungeachtet dieser desolaten Versorgungslage baut das nordkoreanische Militär seine Drohkulisse weiter aus – und hat dafür die finanziellen Mittel, die es braucht. Die Erbdiktatur hat nach Angaben aus Südkorea und Japan am Freitag mindestens eine Rakete in Richtung Osten ins Meer abgefeuert.
Pjöngjang hatte am Mittwoch mit »zusätzlichen militärischen Optionen« gedroht. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, warf Japan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA vor, sich in einen »Kriegsstaat« zu verwandeln. Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi hatte zuvor angekündigt, das Land werde seine Armee ausbauen und umstrukturieren.
Hat viel Macht: Diktatorenschwester Kim Yo Jong
Foto: 朝鮮通信社 / KCNA / KNS / AP / dpaTokio reagierte nicht unmittelbar auf die Drohung aus Nordkorea. Das Verteidigungsministerium teilte aber mit, die Streitkräfte blieben »auf das Mindesmaß« beschränkt und zielten nicht darauf ab, »anderen Ländern zu drohen«. Das japanische Militär sei ausschließlich auf Selbstverteidigung ausgerichtet, im Einklang mit der pazifistischen Verfassung des Landes.
Nordkorea unterliegt wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen. In den vergangenen Jahren hat das diktatorisch regierte Land seine Beziehungen nach Russland ausgebaut.
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