Das norwegische Parlament hat die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission beschlossen, nachdem Verstrickungen der außenpolitischen Elite des Landes in den Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt wurden. Die Kommission soll die Arbeit des Auswärtigen Dienstes und anderer Behörden in den vergangenen Jahrzehnten prüfen, wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB berichtet. »Es ist entscheidend, dass die Fakten auf den Tisch kommen«, sagte Regierungschef Jonas Gahr Støre demnach im Parlament.
Der Kontrollausschuss des Parlaments hatte die Einrichtung der Kommission zuvor vorgeschlagen. Nun soll das Parlamentspräsidium deren Mitglieder ernennen, wie aus einer Mitteilung des Parlaments hervorgeht.
Außenpolitische Prominenz in den Fall verwickelt
Wegen ihrer Kontakte zu Epstein stehen der norwegische Ex-Regierungschef und frühere Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, die bisherige Botschafterin in Jordanien und dem Irak, Mona Juul, und ihr Mann, der frühere Topdiplomat Terje Rød-Larsen, bereits im Fokus der Behörden. Gegen Jagland und Juul laufen laut NTB Ermittlungen wegen des Verdachts auf schwere Korruption, gegen Rød-Larsen wegen des Verdachts auf Beihilfe zu schwerer Korruption.
Der frühere norwegische Außenminister Børge Brende war nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Epstein als Chef des Weltwirtschaftsforums zurückgetreten. Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit soll eine enge Freundschaft zu dem Sexualstraftäter gepflegt haben.
Die geplante Untersuchung soll bis in die Zeit von 1993 zurückreichen. Sie soll laut NTB die Beziehungen zwischen norwegischen Behörden und externen Organisationen, Stiftungen und Netzwerken prüfen, an denen Norwegen beteiligt war.
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