SpOn 27.09.2026
02:16 Uhr

OpenAI pausiert Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle


Das KI-Unternehmen OpenAI hatte seine Sicherheitsvorkehrungen nach einem autonomen Hackerangriff verschärft. Trotzdem kam es zu einem neuen Zwischenfall, bei dem ein KI-Modell eigenständig agierte. Das hat Konsequenzen.

OpenAI pausiert Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle

Die Firma OpenAI hat nach einem neuen Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle ausgesetzt. Bei dem Vorfall schaffte es ein KI-Modell in einem Test, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen – obwohl es eigentlich keinen Internetzugang haben sollte. Die Software habe jedoch eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen gefunden und ausgenutzt, berichtete OpenAI in einem Blogeintrag.

Das Training solle nun erst wieder aufgenommen werden, wenn man sich sicher sei, dass die Lücke geschlossen ist.

Der Zwischenfall sei zwar weniger gravierend als einige frühere, teilte OpenAI mit. Allerdings sei er der erste, seit die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Hackerangriff von OpenAI-Software auf die KI-Firma Hugging Face verschärft worden waren (mehr zu dem autonomen Angriff hier ). Dies sei ein wichtiger Hinweis darauf, wo weitere Nachbesserungen notwendig seien.

Was bei dem Test passierte

In dem Testszenario erhielt das KI-Modell den Auftrag, auf Grundlage von Hinweisen Informationen über eine Person zu finden, die einen Blogpost veröffentlicht habe. Dafür konnte es auf eine Web-Imitation in einer abgeschirmten Testumgebung zurückgreifen.

Nachdem die Suche dort ergebnislos geblieben war, versuchte die KI jedoch laut dem OpenAI-Bericht , Anfragen unter anderem bei Google zu starten. Das schlug wie geplant fehl. Aber dem KI-Modell fiel dabei auf, dass es über den sogenannten DNS-Resolver der Testumgebung Anfragen an einen Chatbot im offenen Internet stellen kann. DNS-Resolver übertragen Domain-Namen, die man als Nutzer in Browser eintippt, in aus Zahlen bestehende IP-Adressen, unter denen Websites zu finden sind. OpenAI stoppte den Test, nachdem die Kommunikation über die Lücke aufgefallen war.

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Zuletzt wurden mehrere neue Zwischenfälle mit KI von OpenAI bekannt. Dazu gehört, dass die KI 53 Mal von Nutzern hochgeladene Bilder auf Onlineplattformen platzierte (mehr dazu hier). Die Links dazu seien nicht öffentlich gewesen, erklärte OpenAI. Ein Großteil sei bereits wieder entfernt worden und man arbeite mit den Plattformen daran, auch den Rest zu löschen. Es ist aber der erste bekannte Vorfall, bei dem auch Daten von OpenAI-Nutzern betroffen waren; diese hatten der Nutzung ihrer Daten zur Verbesserung der KI-Modelle zugestimmt.

Wenig später wurde zudem bekannt, dass automatisierte KI-Agenten von OpenAI auch auf mehreren Webseiten der US-Regierung aktiv waren. So habe die Software auf der Seite einer Statistikbehörde mithilfe von im Netz entdeckten Logindaten auf öffentlich zugängliche Informationen zugegriffen, teilte OpenAI nach einem Bericht der KI-Forschungsfirma Transluce mit.

Auf der Seite der Börsenaufsicht SEC seien ebenfalls öffentlich zugängliche Informationen kopiert worden. Beim US-Bildungsministerium versuchte die KI-Software laut Transluce vergeblich, sich in Daten der Bürgerrechtsabteilung zu hacken, wie die »New York Times« berichtete. Sogenannte KI-Agenten sollen im Auftrag von Nutzern eigenständig Aufgaben erfüllen.

OpenAI spricht von »Dutzenden« betroffenen Organisationen

Derweil deutet sich an, dass noch weitere Enthüllungen um eigenständige Hacking-Aktivitäten der KI von OpenAI folgen könnten. Man habe »Dutzende« Organisationen informiert, mit deren Webseiten Software von OpenAI auf ungeplante Weise »interagiert« habe, teilte die KI-Firma mit. »Einige der betroffenen Webseiten werden von Regierungen, Universitäten, Behörden und anderen Institutionen betrieben«, hieß es. Man überlasse es ihnen, die Vorfälle öffentlich zu machen.

Zuletzt hatte die Regierung Australiens mit der Mitteilung für Schlagzeilen gesorgt, dass KI von OpenAI in eine Website des australischen Gesundheitssystems eingedrungen war (mehr dazu hier).

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aar/dpa