SpOn 12.03.2026
19:57 Uhr

Pritzker-Preis 2026: Chilenische Architekt Smiljan Radić Clarke ausgezeichnet


Die Jury des Pritzker-Architekturpreises ehrt in diesem Jahr mit Smiljan Radić Clarke einen Vertreter der experimentellen Architektur. Der Chilene entwickelt jedes Projekt aus Ort, Geschichte und Atmosphäre.

Pritzker-Preis 2026: Chilenische Architekt Smiljan Radić Clarke ausgezeichnet

Der chilenische Architekt Smiljan Radić Clarke erhält im Jahr 2026 den renommierten Pritzker Architecture Prize, der als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Architektur gilt. Dies teilte die Pritzker Architecture Prize Foundation mit. Radić lebt und arbeitet in Santiago, wo er seit 1995 sein eigenes Büro führt.

Die Jury würdigte den 60-Jährigen für eine Architektur, die bewusst mit Unsicherheit, Materialexperimenten und kultureller Erinnerung arbeitet. Seine Gebäude wirken häufig fragil, provisorisch oder bewusst unvollendet, bieten zugleich aber Schutzräume mit einer stillen, optimistischen Atmosphäre.

Ort und Geschichte im Fokus

Radić verzichtet auf einen wiedererkennbaren Stil. Stattdessen entwickelt er jedes Projekt neu aus seinem jeweiligen Kontext, in den er neben dem Ort auch Geschichte, soziale Praxis und politische Bedingungen einbezieht.

Typisch für seine Arbeit sind ortsspezifische Lösungen. So werden Gebäude beispielsweise teilweise in den Boden eingelassen oder so ausgerichtet, dass sie Wind und Licht berücksichtigen. Beispiele hierfür sind das Restaurant Mestizo in Santiago und das Wohnhaus Pite House in Papudo.

Beton, Stein, Holz

Die unter Vorsitz des chilenischen Architekten Alejandro Aravena tagende Jury betonte Radićs Fähigkeit, mit einfachen Materialien wie Beton, Stein, Holz und Glas präzise gebaute Räume zu schaffen, die stark auf körperliche Erfahrung und Atmosphäre setzen.

Radić kombiniert diese Materialien so, dass Gewicht, Licht und Klang im Raum unmittelbar spürbar werden. Seine Bauten wirken auf den ersten Blick rau und reduziert, offenbaren aber eine präzise Konstruktion, die stark auf körperliche Erfahrung und Atmosphäre abzielt. Räume werden nicht als spektakuläre Formen inszeniert, sondern als Orte, an denen man Geräusche, Temperatur und wechselndes Licht bewusst wahrnimmt.

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Zu Radićs Werk zählen kulturelle Einrichtungen, öffentliche Bauten, Installationen und Wohnhäuser in Europa und Südamerika.

Serpentine-Pavillon in London

International bekannt wurde er mit temporären Projekten wie dem Serpentine-Pavillon in London im Jahr 2014, während in seiner Heimat größere Theater, Museen und Einfamilienhäuser entstanden. Die Jury würdigt ein konsequentes Arbeiten an sehr unterschiedlichen Schauplätzen – von abgelegenen Landschaften bis zu Großstädten –, das stets vom jeweiligen Ort und seiner Geschichte ausgeht.

Radić ist der 55. Preisträger des 1979 gegründeten Architekturpreises.

dtt