SpOn 05.10.2026
00:56 Uhr

RAF Fairford: USA ziehen alle Bomber vom britischen Stützpunkt Fairford ab – offenbar hastig


Die mutmaßlichen Anschlagspläne gegen die britische Basis Fairford haben das US-Militär aufgeschreckt. Jetzt sind sämtliche Langstreckenbomber zurückbeordert worden. Die Eile des Abzugs wirft neue Fragen auf.

RAF Fairford: USA ziehen alle Bomber vom britischen Stützpunkt Fairford ab – offenbar hastig

Im Fall des Luftwaffenstützpunkts Fairford (hier mehr) in Großbritannien gibt es bemerkenswerte Entwicklungen. Das Pentagon erklärte, dass sämtliche US-Langstreckenbomber abgezogen worden sind. »Wir können nun bestätigen, dass alle US-Bomber, die auf dem Stützpunkt RAF Fairford stationiert waren, wieder an ihre Heimatstützpunkte in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind«, teilte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums auf Anfrage mit.

Aus Gründen der operativen Sicherheit habe das Ressort zuvor »Bewegungen unserer Ressourcen und Streitkräfte nicht in Echtzeit« kommentieren können, hieß es weiter.

Nach Informationen der »New York Times«  waren neue Drohungen gegen den Militärstützpunkt der Grund für den überraschenden Abzug der US-Bomber. So gebe es Informationen über einen von Iran unterstützten Anschlag auf den Stützpunkt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei US-Beamte. Darauf angesprochen, wollte sich das Pentagon nicht weiter äußern.

Den Angaben zufolge sagte ein US-Beamter, dass die Informationen zwar Teil jener Warnungen von vor drei Wochen seien. Die Lage habe sich in den vergangenen 24 Stunden allerdings aufgrund konkreter Details zugespitzt.

Kontrollen vor der Luftwaffenbasis Fairford (am 28. September)

Kontrollen vor der Luftwaffenbasis Fairford (am 28. September)

Foto: Toby Shepheard / REUTERS

Die US-Streitkräfte hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um so flexibler im Krieg gegen Iran agieren zu können. Im Rahmen der normalen Rotation waren laut US-Medien zahlreiche Bomber erst in der vergangenen Woche auf dem Stützpunkt eingetroffen – nun mussten sie ihn schon wieder verlassen.

Nach Angaben der »»New York Times«» wurde die Notwendigkeit der Verlegung der Bomber weg von RAF Fairford als so dringlich eingestuft, dass einige Maschinen bereits starteten, während die benötigten Tankflugzeuge für die Unterstützung über dem Atlantik erst noch vorbereitet werden mussten. Laut der Zeitung betraf die Aktion unter anderem zwölf B-1-Bomber.

Weitere Festnahme vor wenigen Tagen

Ende September waren fünf Männer nahe des von der US-Luftwaffe genutzten britischen Militärstützpunkts RAF Fairford aufgegriffen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Gegen sie wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen sind sie unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden. Britischen Medien zufolge soll sich das von den Männern mitgeführte verdächtige Material nicht als funktionsfähiger Sprengstoff herausgestellt haben.

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Großbritanniens Premierminister Andy Burnham bestätigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zu Iran. US-Außenminister Marco Rubio hatte von einer Beteiligung eines »ausländischen Akteurs« gesprochen (mehr dazu hier). Das Pentagon betonte in seiner jetzigen Mitteilung: »Die Piloten der amerikanischen Bomberflotte, darunter B-1, B-2 und B-52, sind weiterhin bereit, präzise globale Angriffe durchzuführen.«

Zuletzt hatte die britische Antiterrorpolizei eine weitere Festnahme im Zusammenhang mit dem Vorfall gemeldet (hier mehr). Ein 27-Jähriger mit britischer und iranischer Staatsangehörigkeit sei in London wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Tat festgenommen worden, hieß es am vergangenen Donnerstag. Zudem hätten Beamte zwei Immobilien im Stadtteil Westminster durchsucht. Auch ein 26-jähriger Brite sei befragt worden.

Die britische Regierung hatte den USA die Erlaubnis erteilt, in Fairford stationierte ‌Bomber für Angriffe auf iranische Raketenstellungen zu nutzen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus attackiert worden sind. Iran wies jegliche Verwicklung bereits »aufs Schärfste« zurück und sprach von »böswilligen Spekulationen«.

jok/dpa